# taz.de -- Angeklagt wegen einer Abtreibung: Freispruch für Imelda Cortez
       
       > El Salvador hat eines der strengsten Abtreibungsverbote der Welt. Eine
       > junge Frau, die deshalb wegen versuchten Mordes angeklagt war, wurde nun
       > freigesprochen.
       
 (IMG) Bild: Kommt nach 20 Monaten Untersuchungshaft endlich frei: Imelda Cortez
       
       Frankfurt a.M./San Salvador epd | In El Salvador ist eine jahrelang sexuell
       missbrauchte junge Frau, die einer versuchten Abtreibung angeklagt war,
       nach 20 Monaten Untersuchungshaft freigelassen worden. Ihr Baby war im
       April 2017 gesund zur Welt gekommen. Ein Gericht hob am Montag den
       Tatvorwurf des versuchten Mordes auf, [1][wie die Tageszeitung El Mundo in
       San Salvador berichtete]. Im Fall eines Schuldspruchs hätten Imelda Cortez
       20 Jahre Haft gedroht. Die heute 20-Jährige war als Folge von
       Vergewaltigungen durch ihren Stiefvater schwanger geworden.
       
       Cortez hatte ihre Schwangerschaft zunächst nicht bemerkt und schließlich zu
       Hause auf der Toilette ein Mädchen zur Welt gebracht. Als die junge Mutter
       zu verbluten drohte und ins Krankenhaus kam, informierten die Ärzte die
       Polizei. El Salvador hat [2][eines der strengsten Abtreibungsverbote der
       Welt], das erst 1998 verschärft wurde. Der Fall Cortez hatte international
       Empörung ausgelöst. Frauengruppen feierten ihre Freilassung.
       
       Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sitzen
       derzeit in El Salvador mehr als 30 Frauen wegen Schwangerschaftsabbruchs in
       Haft. Im Fall der jungen Imelda Cortez hat inzwischen ein DNA-Test
       bestätigt, dass ihr Stiefvater sie geschwängert hatte. Er wurde
       festgenommen und muss sich vor Gericht verantworten. Die junge Frau wird
       mit Unterstützung von Frauenrechtsorganisationen mit ihrem Kind
       zusammenleben.
       
       In El Salvador sind Abtreibungen auch nach Vergewaltigungen oder bei
       gesundheitlichen Risiken für die Mutter verboten. [3][Selbst Fehlgeburten
       können als Abtreibungen angesehen werden]. Ärzte sind verpflichtet, einen
       Verdacht auf einen Schwangerschaftsabbruch umgehend anzuzeigen. Tun sie das
       nicht, riskieren sie ebenfalls hohe Haftstrafen. Auch in Honduras,
       Nicaragua, Haiti und der Dominikanischen Republik gilt ein strenges
       Abtreibungsverbot mit hohen Strafen.
       
       18 Dec 2018
       
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