# taz.de -- Internationaler Tag der indigenen Völker: Bedroht und vertrieben
       
       > Besonders in Süd- und Mittelamerika werden Indigene, die sich für ihre
       > Rechte einsetzen, unter Druck gesetzt. Gegen sie gerichtete Gewalt reicht
       > bis hin zum Mord.
       
 (IMG) Bild: Indigene werden auch von staatlicher Seite bedrängt, wie hier in Kolumbien
       
       Göttingen dpa | Indigene, die sich für die Rechte ihrer Völker einsetzen,
       werden nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) weltweit
       zunehmend zum Ziel von Gewalt. [1][Besonders in Süd- und Mittelamerika
       stünden solche mutigen Vorkämpfer massiv unter Druck], erklärte die GfbV
       aus Anlass des Internationalen Tages der indigenen Völker am Donnerstag.
       
       Indigene Völker sind Nachfahren einer Bevölkerung, deren Lebensraum von
       anderen Völkern erobert oder kolonisiert wurde, und die dennoch ihre Kultur
       und Sprache bewahrt haben. Mehr als 450 Millionen Indigene weltweit
       verteilen sich nach Angaben der GfbV auf rund 6.000 Gemeinschaften.
       
       „Die Indigenen werden sowohl von staatlicher Seite, insbesondere der
       regulären Armee, als auch von nichtstaatlichen Milizen, Goldsuchern, Öl-,
       Erdgas- und Bergbau-Unternehmen, Drogen- und Holz-Mafia bedrängt“, schreibt
       die nichtstaatliche Organisation für den Schutz von Minderheiten zur
       Bedrohungslage in einem 16-seitigen Memorandum. „Wer trotzdem die
       Interessen seiner Gemeinschaft verteidigt, riskiert sein Leben.“
       
       [2][So seien im Jahr 2017 allein in Guatemala] 496 Bauernführer ermordet
       worden. Die meisten Opfer seien Indigene, die sich friedlich für Landrechte
       oder gegen Großgrundbesitzer sowie gegen Großprojekte von Energie- und
       Bergbauunternehmen eingesetzt hätten. [3][In Kolumbien versuchten Milizen,
       indigenes Land unter ihre Kontrolle zu bringen.] Drogen- und Holzmafia
       gingen in Paraguay gegen indigene Gemeinschaften vor. Auch in Myanmar, auf
       den Philippinen und in Russland seien Indigene Gewalt oder Diskriminierung
       ausgesetzt.
       
       Deshalb sei ein besserer Schutz der indigenen Menschenrechtler dringend
       erforderlich, [4][schrieb die GfbV.] Es müsse eine internationale
       Konvention zum Schutz von indigenen Menschenrechtsverteidigern entwickelt
       werden.
       
       9 Aug 2018
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Regenwaldrodung-in-Suedamerika/!5494271
 (DIR) [2] /Indigene-Gemeinschaften-werden-aktiv/!5051407
 (DIR) [3] /Nationalpark-im-ehemaligen-Farc-Gebiet/!5514697
 (DIR) [4] https://www.gfbv.de/de/news/internationaler-tag-der-indigenen-voelker-9-august-gewalt-gegen-indigene-menschenrechtsverteidige/
       
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