# taz.de -- Massenrückruf bei Autobauer: Erst VW, jetzt Daimler
       
       > Dem Autohersteller droht offenbar ein Massenrückruf von Fahrzeugen.
       > Firmenchef Dieter Zetsche muss bei Verkehrsminister Scheuer vorsprechen.
       
 (IMG) Bild: Läuft nicht so rund für Daimler
       
       Frankfurt/Berlin rtr | Lange wiesen die Daimler-Bosse jede Verantwortung im
       Diesel-Skandal von sich. Doch nun steht der Stuttgarter Konzern offenbar
       ähnlich am Pranger wie VW. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat für
       Montag Daimler-Chef Dieter Zetsche nach Berlin beordert. Das Scheuer
       unterstehende Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) soll zudem laut Spiegel Daimler
       zum Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen verdonnert haben. Das KBA
       gehe dem Verdacht nach, dass bei diesen Modellen unzulässige
       Abschalteinrichtungen die Wirkung der Abgasreinigung manipulierten,
       berichtete [1][Spiegel Online] am Freitag.
       
       Prüfungen an den betreffenden Autos, unter anderem an Modellen der C-Klasse
       und SUVs der G-Baureihe, fänden bereits statt. Sie hätten einen
       vergleichbaren Motor wie der gerade zurückgerufene Transporter Mercedes
       Vito, der vom Kooperationspartner Renault stammt. Der französische
       Hersteller war bereits vor zwei Jahren in den Verdacht von
       Abgasmanipulationen geraten. Daimler erklärte, dem Unternehmen liege keine
       amtliche Anhörung des KBA – die Vorstufe zu einem Rückrufbescheid – zu den
       genannten Fahrzeugen vor. „Zu Spekulationen des Spiegel äußern wir uns
       nicht“, ergänzte ein Sprecher.
       
       Eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums bestätigte nur, dass Scheuer
       das KBA angewiesen habe, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich
       nachzugehen. In dieser Woche hat es Mercedes bereits zu einem Rückruf von
       weltweit gut 4.900 Vito-Modellen mit Diesel-Abgasnorm Euro 6 verpflichtet,
       darunter knapp 1.400 in Deutschland. Die Behörde sieht es als erwiesen an,
       dass hier eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kam. „Aufgrund
       der eingebauten Abschalteinrichtungen kann es im Betrieb der Fahrzeuge zu
       erhöhten Stickoxidemissionen kommen“, teilte das KBA am Freitag mit.
       
       Daimler ist zu dem Rückruf des Vito, bei dem ein Software-Update für die
       Motorsteuerung vorgenommen werden soll, bereit. Die genaue Zahl der
       betroffenen Fahrzeuge sei noch nicht geklärt, sagte ein Daimler-Sprecher.
       Der Stuttgarter Konzern kündigte Widerspruch gegen die Feststellung des KBA
       an, es handele sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung.
       
       Daimler hatte nach Beginn des Dieselskandals bei VW im September 2015 lange
       betont, die Abgasreinigung nicht manipuliert zu haben. Schon länger
       wiederholt der Konzern diese Aussage nicht, denn in Deutschland und den USA
       laufen noch Ermittlungen.
       
       25 May 2018
       
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 (DIR) [1] http://www.spiegel.de/auto/aktuell/daimler-droht-rueckruf-hunderttausender-diesel-verdacht-der-abgasmanipulation-a-1209459.html
       
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