# taz.de -- Abgasskandal weitet sich aus: Konzerne mit überhöhten Werten
       
       > Weitere Autohersteller berufen sich auf die gleiche Ausnahmeregel wie
       > Mercedes. Juristen halten dies allerdings für nicht zulässig.
       
 (IMG) Bild: Viel Verkehr, viele Abgase – vor allem bei Diesel-Kfz
       
       Berlin taz | Daimler ist nicht allein: Nach Informationen des Handelsblatts
       berufen sich mehrere weitere Autohersteller, deren Fahrzeuge bei
       Nachprüfungen auf der Straße überhöhte Stickoxidwerte aufwiesen, auf eine
       angebliche Ausnahmeregelung. Daimler hatte eingeräumt, dass die
       Abgasreinigung bei manchen Mercedes-Modellen unter bestimmten Bedingungen
       heruntergeregelt wird, etwa bei niedrigen Temperaturen. Dies sei notwendig,
       um Schäden am Motor zu verhindern.
       
       Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hält dies allerdings für nicht
       zulässig. Die Ausnahmen seien „eng auszulegen“ und dürften nur unter
       extremen Bedingungen greifen – und nur wenn keine andere technische Lösung
       existiere. Auch die übrigen Hersteller dürften es damit schwer haben, sich
       auf die Ausnahmeregelung zu berufen.
       
       Als Reaktion auf das Eingeständnis von VW, die Abgaswerte bei Tests mit
       Hilfe einer Software zu manipulieren, hatte das Bundesverkehrsministerium
       eine Nachprüfung von 58 Dieselmodellen unterschiedlicher Hersteller
       angeordnet. Die Ergebnisse liegen seit mehreren Monaten vor, wurden aber
       bisher nicht veröffentlicht. Die Unternehmen hingegen wurden bereits
       informiert und dürfen die Ergebnisse kommentieren. Dabei haben laut
       Handelsblatt mehrere Hersteller mit überhöhten Abgaswerten ebenfalls den
       angeblichen „Bauteilschutz“ als Begründung genannt.
       
       Dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Messergebnisse
       zurückhält, stieß bei den Umweltministern aus Nordrhein-Westfalen, Bremen,
       Hamburg, Hessen und Niedersachsen auf scharfe Kritik. Sie forderten am
       Donnerstag, diese „unmittelbar“ zu veröffentlichen. Zudem plädierten die
       Minister in einem Papier dafür, die Zuständigkeit für die Abgasüberwachung
       vom Kraftfahrtbundesamt, das Dobrindt untersteht, auf das Umweltbundesamt
       zu übertragen.
       
       Daneben plädierten sie dafür, die bisher bestehenden Steuervorteile für
       Dieselfahrzeuge schrittweise abzubauen. Ob sich die übrigen Bundesländer
       diesen Forderungen anschließen, war am Nachmittag noch offen.
       
       7 Apr 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Malte Kreutzfeldt
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Dieselskandal
 (DIR) Mercedes Benz
 (DIR) Volkswagen
 (DIR) Dieter Zetsche
 (DIR) Dieselskandal
 (DIR) Dieselskandal
 (DIR) VW-Gesetz
 (DIR) Dieselskandal
 (DIR) Smart
 (DIR) Dieselskandal
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Massenrückruf bei Autobauer: Erst VW, jetzt Daimler
       
       Dem Autohersteller droht offenbar ein Massenrückruf von Fahrzeugen.
       Firmenchef Dieter Zetsche muss bei Verkehrsminister Scheuer vorsprechen.
       
 (DIR) Tricksen bei der Abgasreinigung: 630.000 Autos werden zurückgerufen
       
       Das Verkehrsministerium stellt fest, dass nicht nur VW getrickst hat. Die
       Hersteller wollen nun Hunderttausende Autos zurückrufen.
       
 (DIR) Kommentar Schadenersatz von VW: Zukunftsprojekt statt Imagepflege
       
       Schadenersatz für VW-Kunden in den USA, für Deutsche aber nicht – na und?
       So würde das Ansehen des Konzerns auch nicht wieder steigen.
       
 (DIR) Nostalgie statt Abgasskandal: Ästhetisches Notstandsgebiet
       
       Die Hannoversche Ausstellung über den VW-“Bulli“-Bus, einst Hippie-Ikone,
       wirkt streckenweise, als habe sie die PR-Abteilung von VW gemacht
       
 (DIR) Boni-Streit bei VW: Vorstand will verzichten
       
       Trotz des Abgasskandals sollten VW-Manager Boni in Millionenhöhe bekommen.
       Das sorgte für Unmut im Aufsichtsrat. Nun scheint es einen Kompromiss zu
       geben.
       
 (DIR) Umweltschützer machen Abgastests: Smart ist schmutziger als ein Lkw
       
       Die Deutsche Umwelthilfe findet bei einem Kleinstwagen von Smart stark
       überhöhte Stickoxid-Emissionen. Daimler weist das als „unseriös“ zurück.
       
 (DIR) Abgastest der Regierung: Opel und Smart überm Grenzwert
       
       Lange hielt die Regierung ihre Abgastests geheim. Jetzt sind erste
       Ergebnisse bekannt: Selbst im Labor stoßen einige Fahrzeuge zu viel
       Stickoxid aus.