# taz.de -- Aktionärsversammlung von Rheinmetall: Trommeln gegen Todesdividenden
       
       > Ein bisschen Rojava in Berlin: Anlässlich der Hauptversammlung des
       > Rüstungsproduzenten geht es mit Demo und Die-in gegen Waffenexporte.
       
 (IMG) Bild: Musikbegleitung der Demo am Montagabend
       
       Berlin taz | Katja Kipping liegt am Boden; nicht niedergerungen vom
       politischen Gegner, sondern freiwillig, symbolisch die tödlichen Folgen
       deutschen Waffenhandels darstellend. Warnsirenen klingen aus einem
       Lautsprecher, der Tod flaniert über dieses Protest-Die-in. Gemeinsam mit
       viel linker Parteiprominenz von ihrem Kovorsitzenden Bernd Riexinger bis
       zum verteidigungspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Tobias
       Pflüger, demonstriert Kipping mit einigen Dutzend FriedensaktivistInnen an
       diesem Dienstag vor dem Maritim-Hotel gegen die dort stattfindende
       Hauptversammlung der Aktionäre des Rüstungsproduzenten Rheinmetall.
       
       In Spuckweite der Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock, wo die
       Verschwörer des 20. Juli 1944 der faschistischen Mordmaschine zum Opfer
       fielen und heute das Bundesverteidigungsministerium residiert, können die
       Aktionäre Rekordumsätze und gediegene Dividenden feiern. Jede Menge Polizei
       sorgt dafür, dass die von Hamburger Gittern eingezäunte Kundgebung den
       Ablauf nicht stört. Einige Versuche von KundgebungsteilnehmerInnen, noch
       die 20 Meter bis direkt vor den Eingang des Hotels zu überwinden, werden
       schnell unterbunden.
       
       Christine Buchholz, ebenfalls Bundestagsabgeordnete der Linken, betonte
       gegenüber der taz die Notwendigkeit kontinuierlicher Kritik an den
       Waffengeschäften, die letztlich in ein völliges Verbot münden müsse. „Wir
       dürfen unsere Empörung eben nicht nur von der aktuellen Lage abhängig
       machen, wie die gerade erst bekannt gewordene Exportgenehmigung von
       Thyssen-Krupp-U-Booten in die Türkei. Waffenexporte gehören ganz
       grundsätzlich auf die Tagesordnung.“
       
       Das sahen bereits am Montagabend die TeilnehmerInnen einer weiteren
       Demonstration ähnlich. Vom Brandenburger Tor zogen sie unter dem Motto
       „Rheinmetall raus!“ bis kurz vor das Maritim-Hotel. Die Polizei hatte den
       Bereich um den Tagungsort abgeriegelt.
       
       Dem Aufruf der Interventionistischen Linken waren auch kurdische
       AktivistInnen gefolgt, entsprechend war der Zug von den gelb-rot-grünen
       Flaggen der kurdischen Selbstverwaltung Rojavas dominiert. Auch die
       Redebeiträge der Demonstration nahmen vor allem auf die türkische
       Militärintervention in Nordsyrien Bezug und prangerten an, dass deutsche
       Waffen und Munition bei dem Angriff auf das demokratische kurdische Projekt
       in der Region zum Einsatz kommen.
       
       Auch hier war die TeilnehmerInnenzahl hinter den Erwartungen der
       Veranstalter zurückgeblieben. Trotz großflächiger Mobilisierung, auch rund
       um den 1. Mai, nahmen nur etwa 250 Menschen an der Demonstration teil. Dem
       Aufruf, „Dinge zum Lärmmachen“ mitzubringen, war immerhin Folge geleistet
       worden: Jede Menge Trillerpfeifen und eine lautstarke Trommelgruppe
       begleiteten den Zug.
       
       8 May 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniél Kretschmar
       
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