# taz.de -- Fahrplan zur Großen Koalition: Wie die Jusos kämpfen wollen
       
       > Wenn der Koalitionsvertrag steht, geht der Kampf um die Zukunft der SPD
       > in die nächste Runde. Die Jusos planen weitere Kampagnen.
       
 (IMG) Bild: Dieser Mann hat noch was vor: Kühnert auf dem Weg nach vorn
       
       Berlin taz | Sie hören nicht auf zu kämpfen: Von Norden nach Süden wollen
       die Jusos ziehen mit ihrer Kampagne gegen die Neuauflage der Großen
       Koalition. Wie Juso-Sprecher Benjamin Köster bestätigt, plant die
       Jugendorganisation der SPD rund 20 Veranstaltungen in ganz Deutschland. Auf
       diesen will der Jusovorsitzende Kevin Kühnert möglichst viele
       SPD-Mitglieder von der Ablehnung des Koalitionsvertrages zu überzeugen.
       
       Hintergrund der Kampagne ist, dass die SPD den mit den Unionsparteien
       ausgehandelten Koalitionsvertrag durch eine Befragung aller Mitglieder
       bestätigen lassen muss.
       
       Den Auftakt wollen die Jungsozialisten bereits diese Woche Freitag in
       Leipzig feiern. Ab Mitte Februar macht Kevin Kühnert zunächst in Göttingen
       und Hannover halt. Dann geht es weiter Richtung Nordrhein-Westfallen mit
       Stopps in Recklinghausen, Duisburg, Köln, Soest und Bielefeld. Es folgen
       Termine in Hessen Baden-Württemberg und Bayern.
       
       Parallel dazu wird auch Martin Schulz auf Reise gehen, um für die Koalition
       zu werben. „Zu diesen Veranstaltungen werden sicherlich auch Jusos gehen“,
       sagt Köster. „Aber wir mobilisieren unsere Mitglieder dafür nicht gezielt.“
       
       ## Abstimmungsverhalten der Neueinsteiger ist ungewiss
       
       Kevin Kühnert weiß also bereits, dass er die nächsten Wochen damit
       verbringen wird, gegen den Eintritt der SPD in eine Regierung einzutreten.
       Bis die Koalitionsvereinbarungen endgültig feststehen, will sich der
       Jusovorsitzende zu diesen jedoch nicht mehr öffentlich äußern.
       
       Über den Koalitionsvertrag endgültig abstimmen darf allerdings nicht jeder:
       Nur wer bis zum heutigen Dienstag noch in die SPD eingetreten ist, darf
       schließlich auch an der Wahl über den Kolaitionsvertrag teilnehmen. Der
       gesamte Abstimmungsvorgang wird drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen.
       Alle Mitglieder erhalten den Abstimmungsbescheid per Post und schicken ihn
       so auch wieder zurück.
       
       Relevant ist der Stichtag, weil die Jusos seit Wochen gezielt um den
       Eintritt von Gegnern der Großen Koalition werben. Seit dem Sonderparteitag
       der SPD, auf dem die Aufnahme der Koalitionsgespräche beschlossen wurde,
       wendet sich die Jugendorganisation mit dem Slogan „Tritt ein, sag nein!“
       insbesondere an Studierende – mit Erfolg. So berichtet der brandenburgische
       Landesverband von 700 neuen Mitgliedern seit Jahresbeginn, was einen
       Wachstum von über 10 Prozent entspricht. Über eine ähnliche Entwicklung
       berichtet auch der SPD-Landesverband Niedersachsens. Noch Ende letzter
       Woche war von bundesweit 6.000 neuen Mitgliedern die Rede. Seitdem hat sich
       diese Zahl jedoch allein in Berlin von 500 auf 1.000 verdoppelt.
       
       Dass diese Neumitglieder tatsächlich Gegner der Großen Koalition sind, ist
       indes nicht sicher. Denkbar wäre, dass ein Teil von ihnen das Bündnis mit
       der Union befürwortet und der Partei deshalb beitritt.
       
       6 Feb 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jakob Kulick
       
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