# taz.de -- Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz: Ein Inside-Job
       
       > Die Wahl Marc Jan Eumanns zum LMK-Direktor landet doch vor Gericht. Der
       > Vorwurf: Die Ausschreibung hätte öffentlich gemacht werden müssen.
       
 (IMG) Bild: Marc Jan Eumann, hier noch im Düsseldorfer Landtag
       
       Berlin taz | Der Kölner Medienanwalt Markus Kompa geht nun doch gerichtlich
       gegen die rheinland-pfälzische Landeszentrale für Medien und Kommunikation
       (LMK) vor. Das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße bestätigte
       am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur epd eine entsprechende
       Ankündigung Kompas. Kompa hatte sich bei der Wahl zum Direktor der LMK am
       4. Dezember als Gegenkandidat zum SPD-Politiker Marc Jan Eumann beworben,
       war aber nicht zugelassen worden. [1][Eumann war ohne öffentliche
       Ausschreibung als einziger Kandidat aufgestellt worden]. Dagegen hat Kompa
       nach epd-Informationen nun einen Eileintrag beim Gericht eingereicht.
       
       Der taz hatte Kompa zunächst [2][gesagt], er werde keine weiteren Schritte
       unternehmen. Er habe kandidiert, um Aufmerksamkeit auf das intransparente
       Auswahlverfahren zu lenken. Der Vorsitzende der LMK-Versammlung Albrecht
       Bär sagte, Kompas Kandidatur sei zu spät eingegangen. Es sei darüber hinaus
       bisher nicht üblich, den Direktorenposten für die LMK öffentlich
       auszuschreiben.
       
       In einem Schreiben von Kompas Anwalt heißt es nun, die LMK habe die Vakanz
       „nur vage kommuniziert“, daher sei die Suche nach geeigneten Bewerbern
       „praktisch nur Insidern bekannt gewesen“. Die Wahl hatte bereits im Vorfeld
       für Kritik gesorgt. Dem ehemaligen nordrhein-westfälischen Staatssekretär
       Eumann wird vorgeworfen, sich nach dem Regierungswechsel in NRW per
       Klüngelei ein neues Amt gesichert zu haben.
       
       Die rheinland-pfälzische LMK-Versammlung, ein medienpolitisches Gremium aus
       VertreterInnen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, wählte Eumann mit
       19 von 38 Stimmen nur äußerst knapp. Der Vorsitzende Bähr kündigte der taz
       gegenüber an, es werde künftig klarere Regeln zur Findung des LMK-Direktors
       geben. Die Wahl Eumanns hingegen stellte Bähr nicht infrage.
       
       Die Landesmedienanstalten agieren als Kontrollgremien für den privaten
       Rundfunk und webbasierte Telemedien. Sie sollen staatsfern organisiert
       sein. Der Vorwurf, es handle sich bei Eumanns Wahl um parteipolitische
       Klüngelei, wiegt daher besonders schwer. Heftige Kritik kam auch vom
       Deutschen Journalistenverband und dem Steuerzahlerbund. Die
       rheinland-pfälzische AfD beantragte eine Diskussion im Landtag. Die LMK
       verteidigte die Wahl am Mittwoch erneut gegenüber dem SWR. Eumanns Vertrag
       muss innerhalb von sechs Wochen ab Wahltag geschlossen werden. (pwe)
       
       13 Dec 2017
       
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