# taz.de -- Kongress in München: DGB lässt Antifa nun doch rein
       
       > Ein Antifa-Kongress sollte nicht in Räumen des DGB stattfinden – nach
       > Protesten, Verhandlungen und einer Distanzierung von Gewalt jetzt aber
       > doch.
       
 (IMG) Bild: Antifa ist spätestens seit Charlottesville auch in den USA ein gängiger Begriff (Archivbild, August 2017, Boston)
       
       München taz | Am Freitagabend ging bei den Organisatoren des Münchner
       Antifa-Kongresses ein Gesprächsangebot des DGB ein, am Samstagnachmittag
       wurde dann die Einigung vermeldet: Im Münchner Haus des Deutschen
       Gewerkschaftsbunds findet doch der Antifa-Kongress statt, über den in der
       vergangenen Woche so heftig gestritten wurde.
       
       Der DGB hatte die [1][Vermietung der Räume aufgekündigt und den Kongress
       vor die Tür gesetzt]. Offenbar erfolgreicher Vermittler war nun die
       DGB-Jugend, die einige Tage zuvor vom bayerischen DGB zwangsweise aus dem
       Planungsteam der Veranstaltung abgezogen worden war. Der Kongress ist auf
       den 3. bis 5. November diesen Jahres terminiert.
       
       Laut DGB haben sich die Organisatoren „in einer Erklärung klar von Gewalt
       abgegrenzt“. Der DGB hofft nun, „dass von dieser Veranstaltung ein starker
       Impuls für demokratisches Engagement gegen Rechtsextremismus, Rassismus und
       Rechtspopulismus ausgeht“.
       
       Zuerst hatte die rechte Website „Journalistenwatch“ kritisiert, dass der
       DGB der Antifa Räume zur Verfügung stellt. Antifa werde immer wieder in
       Zusammenhang gebracht mit linker Gewalt. Dem schlossen sich die
       Polizeigewerkschaften DPolG und GdP an, der DGB knickte ein und sagte das
       Treffen in seinem Haus ab. Das wiederum wurde daraufhin massiv von
       verschiedenen Akteuren aus anderen Gewerkschaften und Parteien kritisiert,
       etwa von der Münchner Verdi-Jugend, Jusos, Grünen und Linken. Die
       Bayern-Antifa schreibt nun auf Facebook: „Ohne die Welle der Solidarität
       aus den Gewerkschaften und darüber hinaus wäre dieser Erfolg nicht möglich
       gewesen.“
       
       In der Erklärung, die den DGB zufriedengestellt hat, heißt es: „Die
       Suggestion, beim Antifa-Kongress handele es sich um eine
       gewaltverherrlichende oder gar gewalttätige Veranstaltung, ist absurd und
       substanzlos.“ Und weiter: „Weder steht der Kongress noch seine
       Veranstalter_innen und Referent_innen für ‚Gewalt‘. Das Gegenteil ist
       richtig.“ Man strebe eine „gerechte und solidarische Gesellschaft“ sowie
       eine „vielfältige antifaschistische Bewegung“ an. Auf dem Kongress soll
       unter anderem über utopische Potentiale diskutiert werden, über rechten
       Terror und die Türkei. Außerdem ist ein Besuch des
       NS-Dokumentationszentrums geplant.
       
       21 Oct 2017
       
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