# taz.de -- Volksentscheid Tegel in Berlin: Airport-Fans mit falschen Zahlen
       
       > Absurde Angaben für den Lärmschutz: Die Pro-Tegel-Kampagne darf das
       > Freiburger Öko-Institut nicht mehr falsch wiedergeben.
       
 (IMG) Bild: Da kommen sie runter: Flieger in der Einflugschneise über Reinickendorf
       
       Juristischer Erfolg für das Freiburger Öko-Institut: Immer wieder hatte die
       Berliner FDP die Einrichtung im Rahmen ihrer Tegel-Kampagne falsch zitiert.
       Jetzt hat sie sich dazu verpflichtet, damit aufzuhören.
       
       Konkret geht es um eine Behauptung, die FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja
       aufgebracht hatte, und die Eingang in die offizielle Begründung des
       Volksbegehrens zum Weiterbetrieb des Flughafens Tegel fand. In Bezug auf
       die rund um TXL fällig werdenden Lärmschutzmaßnahmen heißt es da: „Ein
       Gutachten des Öko-Instituts aus dem Jahr 2006 hat hierfür Kosten von rund
       EUR 108.000.000,00 ermittelt.“
       
       An dieser Zahl und ihrer vermeintlichen Quelle fanden die Initiatoren des
       Volksbegehrens besonderen Gefallen, denn andere Kostenschätzungen liegen
       weitaus höher – die Senatsumweltverwaltung spricht von rund 400 Millionen
       Euro. Zudem steht das Öko-Institut nicht im Verdacht, ein besonderes Faible
       für den Luftverkehr zu haben oder gar FDP-nah zu sein. Auch Unterstützer
       der FDP-Kampagne bedienten sich des Arguments: Zuletzt war es bei einer
       Diskussionsveranstaltung im Abgeordnetenhaus von den Anwälten zu hören, die
       Pro-Tegel-Gutachten vorgelegt haben.
       
       ## Alles nur zitiert
       
       Das Problem: Die Zahl wurde von den Freiburgern nicht „ermittelt“, sondern
       lediglich zitiert – und auch noch als unbelegt gekennzeichnet. Das
       Umweltforschungsinstitut hatte die Arbeit einer Expertenkommission
       dokumentiert, die im Jahr 2005 Schätzungen erarbeitete, welche Kosten das
       neue, verschärfte Fluglärmschutzgesetz an wichtigen Standorten verursachen
       würde.
       
       Tegel wurde dabei explizit ausgenommen, weil man die baldige Schließung
       voraussetzte. Die „108 Millionen Euro“ stammten von einem
       Kommissionsmitglied und wurden mit dem Hinweis wiedergegeben, man sei „aus
       zeitlichen Gründen nicht in der Lage“ gewesen, „die Berechnung auf
       Plausibilität zu prüfen“.
       
       Am Mittwoch nun ging bei den Anwälten des Öko-Instituts eine von
       FDP-Landeschefin Sibylle Meister unterzeichnete Unterlassungserklärung ein.
       
       14 Sep 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Claudius Prößer
       
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