# taz.de -- Wahl in Malta: Muscat erklärt sich zum Sieger
       
       > Der bisherige Ministerpräsident Joseph Muscat erwartet einen Wahlsieg.
       > Offizielle Ergebnisse sollen erst am Montag bekanntgegeben werden.
       
 (IMG) Bild: Die Muscats scheinen die Steuerhinterziehungsaffäre hinter sich lassen zu können
       
       Valletta ap | Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat hat seine Partei zum
       Sieger vorgezogener Neuwahlen in dem Land erklärt. Inoffizielle Ergebnisse
       deuteten auf einen „beträchtlichen“ Sieg für seine Labour-Partei hin, sagte
       Muscat am Sonntag im nationalen Rundfunk. Die Wähler hätten „die positive
       Kampagne der Labour-Partei“ im Gegensatz zur „Negativität und Bitterkeit
       der (oppositionellen) Nationalistischen Partei“ ausgesucht. Offizielle
       Wahlresultate sollen am Montag veröffentlicht werden.
       
       Die Parlamentswahl war angesetzt worden, um die Position der Regierung zu
       festigen. Muscat hatte die Wahl um ein Jahr vorgezogen, nachdem
       Enthüllungen der sogenannten Panama Papers ergeben hatten, dass seine Frau
       ein Unternehmen in einer Steueroase besitzen soll. Das Paar bestreitet ein
       Fehlverhalten.
       
       Die „Panama Papers“-Veröffentlichung hatte die Identitäten von wohlhabenden
       und einflussreichen Menschen in der Welt offengelegt, die Offshore-Besitz
       in Panama gehabt haben sollen. Dazu gehörten Muscats Energieminister und
       Stabschef.
       
       Ein Wahlsieg würde Labour eine zweite fünfjährige Amtszeit geben. Die
       Wahlbeteiligung lag bei 92 Prozent, wie die Wahlkommission nach der
       Abstimmung am Samstag bekannt gab. Meinungsumfragen hatten vor der Wahl
       darauf hingedeutet, dass der sozialdemokratische Ministerpräsident Muscat
       auf eine weitere Amtszeit hoffen durfte. In Malta sind 340.000 Menschen
       wahlberechtigt.
       
       4 Jun 2017
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Malta
 (DIR) Panama Papers
 (DIR) Schwerpunkt Korruption
 (DIR) Malta
 (DIR) Schwerpunkt Pressefreiheit
 (DIR) Steuervermeidung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Die EU und getötete Journalistin Galizia: Lieber weggeschaut
       
       Die EU hat es lange versäumt, den Vorwürfen der Geldwäsche auf Malta
       nachzugehen. Der Tod der Journalistin Galizia könnte das nun ändern.
       
 (DIR) Tod einer maltesischen Journalistin: Mit außergewöhnlichem Mut
       
       Daphne Caruana Galizia hat als Journalistin die Korruption auf Malta
       bekämpft. Am Montag starb sie bei einer Explosion in ihrem Auto.
       
 (DIR) Neue Hinweise auf Steuerhinterziehung: Die Spur führt nach Malta
       
       Steuerfahnder aus NRW haben Daten erhalten über Firmen, die Malta als
       Steuerschlupfloch nutzen könnten. Darunter sind auch deutsche Konzerne.