# taz.de -- Antisemitismus in Berlin: Jüdischer Junge verlässt Schule
       
       > In Berlin-Friedenau wurde ein jüdischer Schüler antisemitisch beleidigt
       > und attackiert. Die Gemeinschaftsschule hat nun Strafanzeige erstattet.
       
 (IMG) Bild: Dem gibt es nichts hinzuzufügen
       
       Berlin dpa | In einem offenen Brief hat sich die Leitung einer Berliner
       Gemeinschaftsschule entsetzt über einen antisemitischen Vorfall an ihrer
       Schule gezeigt. Ein 14-jähriger jüdischer Mitschüler hat die Gesamtschule
       Friedenau verlassen, nachdem ihn Mitschüler wegen seiner
       Religionszugehörigkeit mehrfach beleidigt und schließlich angegriffen haben
       sollen.
       
       Die Mutter des Jungen hatte der englischsprachigen Zeitung The Jewish
       Chronicle [1][von dem Vorfall berichtet]. Auch der Tagesspiegel
       [2][berichtete darüber].
       
       Die Schulleitung [3][teilte auf ihrer Internetseite mit], dass sie gegen
       die mutmaßlichen Täter Strafanzeige erstattet habe. Außerdem wolle sie
       schulische Ordnungsmaßnahmen gegen die Jugendlichen einleiten. Laut
       Tagesspiegel haben an der Schule etwa 75 Prozent der Schüler eine andere
       Muttersprache als Deutsch, viele kommen aus türkischen oder arabischen
       Familien.
       
       Der jüdische Schüler soll bereits vor einigen Monaten von Mitschülern
       beleidigt worden sein, nachdem er von seiner Religionszugehörigkeit
       berichtet hatte, wie The Jewish Chronicle schrieb. „Du bist eigentlich ein
       cooler Typ, aber ich kann nicht mit dir befreundet sein“, soll einer der
       Mitschüler gesagt haben, sowie: „Juden sind alle Mörder.“
       
       Schulleiter Uwe Runkel bestätigte dem Tagesspiegel lediglich den ersten
       Teil der Aussage. Vor rund zwei Wochen hatten den Berichten zufolge dann
       zwei Mitschüler den 14-Jährigen an einer Bushaltestelle in den
       Schwitzkasten genommen und mit einer Spielzeugpistole Plastikteile auf ihn
       geschossen.
       
       „Leider ist das kein Einzelfall, wir hören immer wieder von solchen
       Angriffen“, sagte Levi Salomon, Sprecher und Koordinator des Vereins
       Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus, dem Tagesspiegel.
       
       2 Apr 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.thejc.com/news/world/classmates-at-berlin-school-turn-from-friends-to-attackers-after-boy-reveals-he-is-jewish-1.434990
 (DIR) [2] http://www.tagesspiegel.de/berlin/jfda-sprecher-levi-salomon-zum-fall-in-friedenau-antisemitismus-ist-wieder-hoffaehig/19601946.html
 (DIR) [3] http://friedenauer-gemeinschaftsschule.de/home/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Antisemitismus
 (DIR) Berlin
 (DIR) Antisemitismus
 (DIR) Götz Aly
 (DIR) Antisemitismus
 (DIR) Schwerpunkt Rassismus
 (DIR) Schwerpunkt Rassismus
 (DIR) Zentralrat der Juden
 (DIR) Umbenennung
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Der Berliner Wochenkommentar I: Es fehlt die Achtung der anderen
       
       Das American Jewish Committee hat ein „Stimmungsbild“ unter Berliner
       Lehrern zu Antisemitismus an Schulen erstellt. Doch das eigentliche Problem
       liegt tiefer.
       
 (DIR) Streit um abgelehnten Dokumentarfilm: Arte und sein Antisemitismusproblem
       
       Eine Dokumentation belegt aktuellen Antisemitismus – und wird dann von der
       auftraggebenden Arte-Redaktion nicht freigegeben. Dort rechtfertigt man
       sich.
       
 (DIR) Lehrer über Antisemitismus bei Muslimen: „Konfrontativ und schnell reagieren'“
       
       Viele Muslime haben antisemitische Einstellungen – genauso wie andere
       Deutsche, sagt der Vorsitzende der Kreuzberger Initiative gegen
       Antisemitismus.
       
 (DIR) Kommentar Antisemitismus an Schulen: Leider keine Ausnahme
       
       Antisemitismus ist tief verwurzelt – und so gibt es trotz aufklärender
       Programme immer wieder Rückschläge, wie gerade erst an einer Berliner
       Schule.
       
 (DIR) Antisemitismus an Berliner Schule: „Jude“ ist oft ein Schimpfwort
       
       An einer Friedenauer Schule wird ein Schüler angegriffen, weil er Jude ist.
       Die Täter sind arabisch-türkischer Herkunft. Ein Einzelfall?
       
 (DIR) Angriffe auf jüdischen Schüler in Berlin: Zentralrat fordert Aufklärung
       
       Der Zentralrat der Juden zeigt sich erschüttert über Angriffe auf einen
       14-Jährigen durch arabischstämmige Jugendliche. Der Fall müsse aufgeklärt
       werden.
       
 (DIR) Umbenennung verweigert: Schule steht zu nationalem Namenspatron
       
       Das Osnabrücker Ernst Moritz Arndt-Gymnasium will sich nicht umbenennen.
       Dabei war dieser deutsche Historiker und Autor Nationalist und Antisemit.
       
 (DIR) Jüdischer Friedhof in Philadelphia: Hunderte Gräber geschändet
       
       Zerschlagene und umgeworfene Grabsteine auf einem jüdischen Friedhof: Die
       Polizei in der US-Stadt Philadelphia ermittelt wegen der Tat.