# taz.de -- Kanzlerkandidat zum Bundeshaushalt: Schulz lehnt stärkere Aufrüstung ab
       
       > Mit dem aktuellen Haushaltsüberschuss ließe sich viel anstellen. Statt
       > der Bundeswehr will Martin Schulz Geringverdiener und Arbeitslose
       > begünstigen.
       
 (IMG) Bild: Versteckt sich nicht: Martin Schulz verspricht eine Begrenzung von Managergehältern
       
       Berlin rtr | SPD-[1][Kanzlerkandidat] Martin Schulz will im Falle eines
       Siegs bei der Bundestagswahl im September die [2][Ausgaben für die
       Bundeswehr] nur eingeschränkt steigern. Die Armee brauche zwar mehr Geld
       und solle das bekommen, sagte der Sozialdemokrat zu Bild am Sonntag laut
       Vorabbericht. Eine „massive Aufrüstung“ lehnte er jedoch ab. Vielmehr
       sollten Deutschland und Europa besser darin werden, Krisen zu reduzieren.
       „Wenn wir die Summen, die jetzt manche für noch mehr Rüstung ausgeben
       wollen, in den Aufbau einer Mittelmeerunion investieren würden, mit klaren
       wirtschaftlichen [3][Perspektiven für die nordafrikanischen Staaten], würde
       uns das sicherer machen als jede Aufrüstung.“
       
       Die aktuellen Haushaltsüberschüsse wolle er statt für Steuersenkungen
       lieber für Bildung und Infrastruktur verwenden, sagte Schulz. Von
       Steuersenkungen hätten die, „die wir wirklich entlasten müssen,“ nichts.
       „Denn die zahlen keine Lohnsteuer. Denen hilft es viel mehr, wenn
       Kitagebühren wegfallen.“ Er wolle „Gebührenfreiheit von der Kita bis zur
       Universität oder zum Meister“.
       
       Mit Blick auf den bevorstehenden Koalitionsausschuss sagte Schulz, die SPD
       werde die Begrenzung von Managergehältern „ganz oben auf die Tagesordnung
       setzen“. Sollte es in der laufenden Legislaturperiode keine Einigung mehr
       mit der Union geben, werde das Thema im Wahlkampf wichtig.
       
       „Ich verspreche, dass ich als Kanzler das Gesetz zur Begrenzung von
       Managergehältern in meinem 100-Tage-Programm umsetzen werde.“ Deckelungen
       seien nötig. Als erster Schritt solle daher die steuerliche Absetzbarkeit
       von Gehältern auf 500.000 Euro beschränkt werden.
       
       Außerdem wolle er sich für eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern
       einsetzen. Das Gesetz für Lohntransparenz, das der Bundestag in Kürze
       beschließen werde, sei einer erster wichtiger Schritt. „Aber das reicht
       nicht.“ Für Teilzeitbeschäftigte müsse es das Recht auf Rückkehr in
       Vollzeit geben.
       
       Sigmar Gabriel mache als Außenminister „einen super Job“, sagte Schulz. Er
       werde „ganz sicher nach der Bundestagswahl der Bundesregierung angehören“.
       
       26 Mar 2017
       
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