# taz.de -- Grüne: „Froh, dass Sie an dieser Stelle sind“
       
       > Die Industrie- und Handelskammer freut sich über die Grüne Ramona Pop als
       > Wirtschaftssenatorin. Die sorgt sich über die vielen, die weiter ab Tegel
       > fliegen wollen.
       
 (IMG) Bild: Am Aschermittwoch bei der Industrie- und Handelskammer zu Gast: Senatorin Ramona Pop (Grüne)
       
       Am Aschermittwoch ist ja angeblich alles vorbei. Meint jedenfalls ein
       Jecken-Schlager. Als Ramona „Die Schnellrednerin“ Pop an diesem Morgen die
       postkarnevalistische Bütt bei der Industrie- und Handelskammer, kurz IHK
       betritt, bekommt sie als Wirtschaftssenatorin hingegen zu hören, der
       rot-rot-grüne Senat habe noch nicht so richtig angefangen.
       
       „Wir sind sehr froh, dass Sie an dieser Stelle sind“, beglückwünscht
       IHK-Präsidentin Beatrice Kramm sie zu ihrem Amt. Wer gerade erst nach
       Berlin gekommen ist oder sich vielleicht an den Protest vieler Grüner
       jüngst bei einem Bundesparteitagsauftritt von Daimler-Chef Dieter Zetsche
       erinnert, könnte stutzig werden. Eine Wirtschaftslobbyistin, die sich über
       eine Grüne freut?
       
       Ja, denn intensiv hat Pop über viele Jahre als Fraktionschefin Kontakte zur
       IHK und zu Unternehmen gepflegt. Schon 2009 holten die Berliner Grünen –
       ohne Proteste – Kramms Vorgänger zu ihrem Parteitag: Es solle noch
       deutlicher werden, „dass man mit den Grünen keine Wirtschaftsfeinde wählt“.
       
       Das mit der Schnellrednerin beschränkt sich glücklicherweise auf einen
       Eingangsvortrag, in dem es Pop wie in vielen Jahren im Parlament gar nicht
       schnell genug gehen kann, Fakten vorzutragen. In der Fragerunde mit dem
       über 200 Köpfe zählenden Publikum wirkt sie gelassener – außer bei einem
       Punkt: dass es auch am Aschermittwoch noch nicht vorbei ist mit der
       Möglichkeit, dass der Flughafen Tegel auch nach BER-Eröffnung offen bleibt.
       
       Das wollen nämlich drei Viertel aller Berliner, hat eine Montag
       veröffentlichte Umfrage ergeben. Und wenn die alle noch bis 20. März bei
       dem Volksbegehren dazu unterschreiben, das jüngst erst auf Touren gekommen
       ist, könnte es noch knapp werden. „Ja, natürlich finden wir alle Tegel
       furchtbar bequem“, sagt Pop, „Bequemlichkeit ist schön – aber das Gegenteil
       von Zukunftsmusik.“
       
       1 Mar 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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