# taz.de -- Ermittlungen nach Anschlag in Berlin: Anis Amri hatte 14 Identitäten
       
       > Die Behörden wussten viel über Anis Amri. Nun fragt die Opposition in
       > NRW: Weshalb konnte der Anschlag trotzdem nicht verhindert werden?
       
 (IMG) Bild: Ralf Jäger, Innenminister von NRW, auf dem Weg zur Sondersitzung des Innenausschuss
       
       Düsseldorf dpa | Der Berliner Attentäter Anis Amri soll den Behörden mit
       insgesamt 14 Identitäten bekannt gewesen sein. Das geht aus einem Bericht
       des nordrhein-westfälischen Landeskriminaldirektors Dieter Schürmann vor
       dem Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags hervor. NRW-Innenminister Ralf
       Jäger (SPD) versprach Aufklärung zu der Frage, ob den Behörden Fehler
       unterlaufen sind. „Der Anschlag wurde verübt von einem Mann, über den die
       Sicherheitsbehörden bundesweit sehr viel wussten“, räumte Jäger ein.
       [1][Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen in einen Berliner
       Weihnachtsmarkt gesteuert und zwölf Menschen getötet.]
       
       In einer Sondersitzung des Ausschusses schilderte Schürmann am Donnerstag
       die Bemühungen der Behörden, Amri Vorbereitungen eines terroristischen
       Anschlags nachzuweisen. Am Ende sei es allen Behörden von Bund und Ländern
       auch gemeinsam nicht gelungen, ausreichend konkrete Hinweise
       zusammenzutragen, die von der Justiz als Tatverdacht hätten gewertet werden
       können. Dabei hätten die Ermittler „alle rechtlichen Befugnisse bis an die
       Grenze ausgeschöpft, um mögliche Gefahren abzuwehren“, sagte Schürmann, der
       der ranghöchste Kriminalbeamte in NRW ist.
       
       NRW war einer der Hauptaufenthaltsorte des Attentäters Anis Amri. Der
       Tunesier war bei der Ausländerbehörde im Kreis Kleve gemeldet und von
       mehreren Sicherheitsbehörden als islamistischer Gefährder eingestuft
       worden. Allerdings hielt er sich Jäger zufolge seit Februar 2016
       überwiegend in Berlin auf. Mehrere Sicherheitsbehörden hatten ihn schon
       lange als islamistischen Gefährder eingestuft.
       
       Die NRW-Opposition aus CDU, FDP und Piraten will nun von der
       Landesregierung wissen, warum der abgelehnte Asylbewerber sich quer durch
       Deutschland bewegen konnte und letztlich vom Radar der Sicherheitsbehörden
       verschwand.
       
       „Die Fehler im Terrorfall Amri müssen dringend aufgeklärt werden“, hatte
       der CDU-Fraktionsvorsitzende Armin Laschet vor der Sitzung gefordert. Jäger
       müsse erklären, warum nicht alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft wurden, um
       Amri „zu kontrollieren und festzusetzen“. Der stellvertretende Vorsitzende
       der FDP-Landtagsfraktion Joachim Stamp fragte: „Wieso hat NRW darauf
       verzichtet, engmaschige Meldeauflagen einzusetzen?“.
       
       Bislang hat der Minister nicht erkennen lassen, dass er wegen etwaigen
       Organisationsversagens von NRW-Sicherheitsbehörden im Fall Amri persönliche
       Konsequenzen ziehen will.
       
       5 Jan 2017
       
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