# taz.de -- Die Wochenvorschau für Berlin: Ganz sicher: Weihnachten findet statt
       
       > Geht noch was in dieser Woche vor dem Fest? Sicher ist: Über Andrej Holm
       > wird weiter diskutiert und Frank Zander serviert Gans.
       
 (IMG) Bild: Zander an Gans: der Unterhalter in seiner besten Rolle
       
       Eine Frage steht in der heute beginnenden Weihnachtsvorwoche in Berlin
       natürlich im Mittelpunkt. Sie lautet: Überschattet die Debatte um die
       Stasi-Vergangenheit des Staatssekretärs Andrej Holm das für die meisten
       Deutschen teuerste Fest des Jahres? Oder in der aktuell trendigeren
       postfaktischen Formulierung: Machen die Linken uns (jetzt auch noch)
       Weihnachten kaputt? Müssen wir bald wieder „Jahresendflügelfigur“ zu Engeln
       sagen?
       
       Nein, liebe Christinnen und Christen und wer sonst noch alles zur Gemeinde
       dazugehört: keine Sorge. Weihnachten ist sicher. Die Läden sind voll, auch
       sonntags, KonsumentInnen können immer noch nach Lust und Laune einkaufen,
       was sie wollen. Geschenke werden also kommen (Advent bedeutet ja Ankunft),
       und eine stattliche Jahresendflügelfigur hat kurz vor dem Fest sogar
       schnell noch Kaiser’s gerettet.
       
       Und zum Beweis, dass alles beim Alten ist: Auch das wichtigste und schönste
       Weihnachtsritual der deutschen Hauptstadt findet am heutigen Montag wie
       jedes Jahr statt. Im Neuköllner Hotel Estrel lädt der Sänger Frank Zander
       zum 22. Mal zum Weihnachtsfest. Gut 3.000 Obdachlose und andere Bedürftige
       sind seine Gäste, die anwesende Prominenz ist nur zum Bedienen oder
       Unterhalten da: Vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller bis zur
       Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (beide SPD), von Gregor Gysi
       (Linke) über Bürger Lars Dietrich zur DGB-Landeschefin Doro Zinke dürfen
       bei dem Fest alle mal Serviermädchen sein.
       
       Selbst der ehemalige CDU-Landesvorsitzende und ehemalige Innensenator Frank
       Henkel hat auf der Party einen letzten Auftritt. Das ist Demut vor den
       Benachteiligten und Armen, wie das Christentum (und jede andere Religion)
       sie fordern. Das ist gut so und ist deshalb Berlin.
       
       Und wer sein weihnachtliches Bedürfnis, Gutes zu tun, noch befriedigen und
       außerdem Platz für all die vielen, am Heiligen Abend ankommenden neuen
       Sachen schaffen muss: „Moabit hilft“ und andere Initiativen suchen dringend
       nach warmer Winterkleidung für Bedürftige: moabit-hilft.com/bedarfsliste.
       
       19 Dec 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Alke Wierth
       
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