# taz.de -- Verfahren um Auslieferung in die USA: Kim Dotcom verlangt Livestream
       
       > Der Internetunternehmer Kim Dotcom wehrt sich in Neuseeland gegen seine
       > Überstellung in die USA. Dort drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.
       
 (IMG) Bild: Der Megaupload-Gründer Kim Dotcom im Jahr 2012 in Auckland
       
       Auckland afp | Der umstrittene deutsche Internetunternehmer Kim Dotcom
       verlangt eine Live-Übertragung seiner Auslieferungsanhörung via Internet.
       Der Fall habe eine nie dagewesene Dimension des öffentlichen und
       internationalen Interesses, sagte Dotcoms Anwalt Ron Mansfield am Montag
       beim Beginn der Anhörung vor einem neuseeländischen Gericht. Deshalb sei es
       unfair, wenn die Verhandlung ohne Livestream ablaufe. Gewöhnliche
       Medienberichterstattung werde nicht allen Aspekten des Falls gerecht und
       werde wahrscheinlich „unausgewogen“ sein.
       
       In der am Montag gestarteten Anhörung wehrt sich Dotcom gegen seine
       Auslieferung an die USA. Ende vergangenen Jahres hatte ein neuseeländisches
       Gericht diese erlaubt. Das Berufungsverfahren wird voraussichtlich etwa
       acht Wochen dauern. Dotcom hat bereits angekündigt, sich weiter juristisch
       zu wehren, wenn er keinen Erfolg hat.
       
       Der für die Berufung zuständige Richter Murray Gilbert traf zu der
       Forderung nach einem Livestream aus dem Gericht zunächst keine
       Entscheidung. Er will nun Medienvertretern Gelegenheit geben, zu dem
       Vorschlag Stellung zu nehmen.
       
       Dotcom drohen in den USA bis zu 20 Jahre Haft. Die dortigen Behörden werfen
       ihm und weiteren Mitgründern der Onlineplattform Megaupload
       Urheberrechtsverletzungen im großen Stil vor, weil über das Portal illegal
       Musikaufnahmen und Filme geteilt wurden. Megaupload ermöglichte das
       kostenlose Hoch- und Herunterladen großer Datenmengen und stand zu seinen
       besten Zeiten auf Platz 13 der meistbesuchten Internetseiten.
       
       Nach Auffassung der US-Behörden erwirtschaftete die Plattform illegale
       Einnahmen von mehr als 175 Millionen Dollar (160 Millionen Euro) und
       verursachte Rechteinhabern von Filmen, Musik und anderen Werken
       Einnahmeausfälle von mehr als 500 Millionen Dollar.
       
       Dotcom wurde 1974 als Kim Schmitz in Kiel geboren. Seine Karriere begann er
       als Computer-Hacker; in den 90er Jahren war er eine schillernde Figur der
       New Economy. Mit dem Start von Megaupload 2005 änderte er seinen Namen in
       Dotcom. Im Juli kündigte er eine Neuauflage von Megaupload für Januar 2017
       an.
       
       29 Aug 2016
       
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