# taz.de -- Islamistischer Anschlag in Frankreich: Priester bei Geiselnahme getötet
       
       > Zwei Angreifer haben in Nordfrankreich in einer Kirche eine Geisel
       > getötet. Die Täter wurden erschossen. Der IS beansprucht die Tat für
       > sich.
       
 (IMG) Bild: Einsatzkräfte am Tatort in Saint-Etienne-du-Rouvray nahe Rouen
       
       Saint-Etienne-du-Rouvray/Rouen/Beirut afp/dpa | Bei einer Geiselnahme in
       einer Kirche in Nordfrankreich ist ein Priester getötet worden. Eine
       weitere Geisel wurde bei der Attacke nahe Rouen lebensgefährlich verletzt,
       drei weitere blieben unversehrt, wie das französische Innenministerium am
       Dienstag mitteilte. Die beiden Geiselnehmer wurden bei einem Einsatz von
       Polizei-Sondereinheiten erschossen. Ihre Motive waren zunächst unklar, die
       Ermittlungen hat aber die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft
       übernommen.
       
       Die Angreifer nahmen in einer Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray nahe Rouen
       mehrere Geiseln. Am Dienstagmorgen wurde dort ein Gottesdienst gefeiert.
       Zahlreiche Fahrzeuge von Polizei und Rettungskräften rasten zu dem Tatort,
       wie AFP-Reporter berichteten. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt.
       
       Ein Sprecher des französischen Innenministeriums sagte, die Geiselnehmer
       seien erschossen worden, als sie aus der Kirche gestürmt seien. Angaben zur
       Bewaffnung der Täter machte der Sprecher nicht. Demnach waren
       Sprengstoffspezialisten im Einsatz um sicherzustellen, dass keine
       Sprengstofffallen gelegt wurden. Drei Geiseln seien „unversehrt“ geblieben.
       
       Frankreichs Staatschef François Hollande und Innenminister Bernard
       Cazeneuve machten sich auf den Weg zum Tatort. Premierminister Manuel Valls
       verurteilte einen „barbarischen Angriff“. „Ganz Frankreich und alle
       Katholiken“ seien schockiert, erklärte er auf dem Kurznachrichtendienst
       Twitter.
       
       Die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat die tödliche Attacke
       für sich in Anspruch genommen. Die beiden von der Polizei erschossenen
       Angreifer seien „Soldaten des ‚Islamischen Staates‘“ gewesen, erklärte die
       IS-nahe Agentur Amaq am Dienstag. Zuvor hatte bereits Frankreichs
       Staatschef François Hollande gesagt, die Männer hätten sich zum IS bekannt.
       Details nannte er vorerst keine.
       
       Die tödliche Geiselnahme ereignete sich weniger als zwei Wochen nach dem
       islamistischen Anschlag von Nizza, bei dem ein Angreifer mit einem
       Lastwagen in eine Menschenmenge raste und 84 Menschen tötete.
       
       In der Vergangenheit wurde immer wieder befürchtet, dass auch Kirchen in
       Frankreich Ziel von Islamisten werden könnten. Im April 2015 wurde in Paris
       ein algerischer Student festgenommen, der einen Anschlag auf eine Kirche
       geplant und eine junge Frau erschossen haben soll.
       
       26 Jul 2016
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Geiselnahme
 (DIR) Opfer
 (DIR) Geisel
 (DIR) Priester
 (DIR) Kirche
 (DIR) Paris
 (DIR) Muslime
 (DIR) Normandie
 (DIR) Schwerpunkt Frankreich
 (DIR) München
 (DIR) Ansbach
 (DIR) Schwerpunkt Olympische Spiele 2024
 (DIR) München
 (DIR) Schwerpunkt Frankreich
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Anti-Terror-Einsatz in Paris: Festnahmen nach Gasflaschen-Fund
       
       Sechs Flaschen mit explosivem Inhalt fand die Polizei in Paris im Auto
       eines mutmaßlich Radikalen. Ein konkreter Anschlag war aber wohl nicht
       geplant.
       
 (DIR) Solidarität in Zeiten des Terrors: Muslime besuchen Sonntagsmesse
       
       In Italien und Frankreich besuchten Muslime am Wochenende christliche
       Gottesdienste. Damit wollten sie ein Zeichen gegen den Terror setzen.
       
 (DIR) Nach Kirchen-Attentat in Nordfrankreich: Zweiter Angreifer identifiziert
       
       Nach dem Mord an einem Priester hat ein DNA-Abgleich Aufschluss über den
       zweiten Täter gebracht. Zu ihm existierte seit Kurzem eine Gefährder-Akte.
       
 (DIR) Nach Angriff auf Priester in Frankreich: Trauer und Unverständnis
       
       Nach der Ermordung eines Priesters trauern die Menschen in der Nähe des
       Tatorts. Einer der beiden Angreifer hatte versucht, nach Syrien
       auszureisen.
       
 (DIR) Medienethiker über Anschlagsmeldungen: „Die postredaktionelle Gesellschaft“
       
       Rasend verbreiten sich Fotos von Leichen und Falschmeldungen im Netz.
       Alexander Filipović über Öffentlichkeit, Tempo und Verantwortung.
       
 (DIR) Gewaltforscher über Terror: „Mit Anschlägen umgehen lernen“
       
       Nach den Anschlägen ist die Gesellschaft verunsichert, sagt Gewaltforscher
       Andreas Zick. Wir müssen solche Situationen daher einüben.
       
 (DIR) Vor den Olympischen Spielen in Rio: Sicherheitskräfte bedrohen Sicherheit
       
       Gefahr geht angeblich von Drogenbanden und Islamisten aus. Sondergesetze
       schränken das Demonstrationsrecht ein und Gewalt gegen Arme nimmt zu.
       
 (DIR) Münchener Polizei nach dem Amoklauf: Viel Lob – warum eigentlich?
       
       Die Polizei in München wurde nach dem Amoklauf mit Lob überhäuft: Sie habe
       einen ganz tollen Job gemacht. Aber was spricht dafür?
       
 (DIR) Nach dem Attentat in Nizza: Innenminister Cazeneuve unter Druck
       
       Frankreichs Innenminister soll falsche Angaben zu den Sicherheitsmaßnahmen
       in Nizza gemacht haben. Der wehrt sich gegen die Vorwürfe.