# taz.de -- Kommentar Fusion Bayer-Monsanto: Zukunftsfest ist das nicht
       
       > Agrarchemie und Genpflanzen: Bayer macht mit den Monsanto-Fusionsplänen
       > klar, was sich in Zukunft lohnt. Aber das könnte sich bald ändern.
       
 (IMG) Bild: So schön ist Leverkusen
       
       „Wir haben es satt“ gegen „Wir machen euch satt“ – am Donnerstag standen
       sich die beiden Positionen in schöner Klarheit gegenüber. Auf der einen
       Seite die Befürworter einer bäuerlichen, ökologischen Landwirtschaft, die
       mit ihrer derzeitigen Kampagne gegen das Pflanzengift Glyphosat eine
       Entscheidung der EU immerhin verzögern konnten.
       
       Auf der anderen Seite der Chemiekonzern Bayer, der mit seinem
       Übernahmeangebot an den Konkurrenten Monsanto deutlich macht, wo er die
       lohnenden Geschäftsfelder der Zukunft sieht: in Agrarchemikalien in
       Kombination mit gentechnisch veränderten Pflanzen, die industrielle
       Strukturen auf dem Land zugleich voraussetzen – und schaffen.
       
       Dass der US-Konzern für viele Menschen das personifizierte Böse darstellt,
       dürften die Bayer-Manager als Problem ihrer Kommunikationsabteilung
       betrachten. Trotz negativen Images laufen die Geschäfte Monsantos gut. Der
       Marktführer in Sachen Gen-Pflanzen macht Milliarden, auch wenn der
       Preisverfall der Agrarrohstoffe derzeit auf die Zahlen drückt.
       
       Und Bayer selbst verdient sein Geld nicht nur mit Aspirin, sondern sehr
       erfolgreich mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln, vor allem in Europa und
       in Asien. Der Zusammenschluss mit Monsanto, stark auf dem US-Markt, ist
       daher sinnvoll.
       
       Vorausgesetzt, man glaubt daran, dass die Chemiekonzerne auch langfristig
       die globale Landwirtschaft kapern können; dass sich die Bauern auch künftig
       von den Triebkräften der industriellen Entwicklung – Rationalisierung,
       Effizienzsteigerung, Wachstum – antreiben lassen; und dass ihre Äcker diese
       Entwicklung aushalten.
       
       Die Bewegung, die eine Abkehr von diesem Weg fordert, ist genauso global
       wie die Großkonzerne, und es gelingt ihr, das zeigt das Brüsseler Zaudern
       in Sachen Glyphosat, wählbare Regierungen unter Druck zu setzen.
       Langfristig zukunftsfest macht Bayer sich mit einem Monsanto-Kauf nicht.
       
       20 May 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Heike Holdinghausen
       
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