# taz.de -- Skandalautor veröffentlicht neues Buch: Akif Pirinçci zu Hause bei Freunden
       
       > Der Ex-Katzenkrimischreiber ist im Verlag des Pegida-Vordenkers Götz
       > Kubitscheck gelandet. Nun beklagt er das Verschwinden der Deutschen.
       
 (IMG) Bild: 1999 streichelt er noch Katzen, heute vor allen Dingen die „Volksseele“: Akif Pirinçci
       
       HAMBURG taz | „Ach, taz“, sagt Akif Pirinçci, als er den Telefonhörer
       abnimmt. Die Tageszeitung aus dem „linksversifften“ Milieu, denkt er wohl,
       eine seiner gern verwendeten Bezeichnungen. Er bleibt gelassen. Es geht um
       sein neues Buch: „Umvolkung. Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht
       werden“. Der Titel ist Programm. Und der Verlag ist es auch: Antaios, eine
       neurechte Institution.
       
       „Das hat gepasst, das ging unglaublich schnell, prima Sache!“, sagt
       Pirinçci, der mit seinen Katzenkrimis „Felidae“ berühmt wurde und nun
       wieder auf einen Besteller hofft. Sein Verleger tut es wohl auch: Götz
       Kubitschek aus Schnellroda, Kopf des neurechten „Institut für
       Staatspolitik“. Am 21. April erscheint Pirinçcis 160 Seiten starkes Werk.
       Der Verlag bewirbt es auf seiner Webseite deutlich: „Es ist eine ätzende
       und zugleich verzweifelte Antwort auf die Frage, wie die Deutschen still
       und leise ausgetauscht werden'.“ In Deutschland sei ein „Flüchtlingschaos
       ungeahnten Ausmaßes angerichtet“.
       
       Pirinçcis Leitmotiv der „Umvolkung“ ist laut Verlag eine Anlehnung an „die
       verrückte Idee der Nationalsozialisten, ganze Volksgruppen wie
       Schachfiguren zu verschieben“. Von der Kritik am Nationalsozialismus geht
       Pirinçci zur Kritik an der Bundesregierung über: „Wollen wir zur Minderheit
       im eigenen Land werden oder wollen wir es nicht?“
       
       In der aktuellen Ausgabe des weit rechten Magazins Compact gibt Pirinçci
       schon Antworten: „In den letzten 30 Jahren“ sei der „sogenannte Migrant“
       ein „Objekt der Vergottung geworden“. Er sei „mehr Wert als der
       Einheimische“. Die Deutschen seien dagegen zu einem „Haufen Duckmäuser
       pervertiert“. Personal, mit dem nicht dem „schleichenden Genozid“ am
       eigenen Volk entgegengetreten werden könne. Man solle sich, so Pirinçci,
       schon mal „auf den Vergewaltigungssommer, der sich schon in Hallenbädern
       der Republik ankündigt“, freuen.
       
       Solche Töne liebt Pirinçcis Publikum. Zuletzt bescherten sie dem Autor aber
       auch heftigen Ärger. Nach einer ungenauen Wiedergabe seiner Aussagen zu
       Konzentrationslagern während einer Rede, die er auf einer Pegida-Demo
       hielt, trennte sich sein bisheriger Verlag von ihm. Amazon stellte die
       Lieferung seiner Bücher ein.
       
       Deshalb nun der Wechsel zum neurechten Verlag Antaois? Pirinçci sagt, schon
       bei seinem letzten Werk, „Deutschland von Sinnen“, habe er überlegt, mit
       Kubitschek zusammenzuarbeiten. „Wir kennen uns auch schon länger, vier oder
       fünf Jahre.“ Nun also ist Pirinçci angekommen.
       
       12 Apr 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Speit
       
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