# taz.de -- Rechte Zeitschrift in Polizeiwagen: Zwei Beamte versetzt
       
       > Am Rande einer AfD-Kundgebung in Jena wurde die rechte Zeitschrift
       > „Compact“ in einem Polizeifahrzeug gesichtet. Für zwei Polizisten hat das
       > jetzt ein Nachspiel.
       
 (IMG) Bild: AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry prangt auf dem Cover des aktuellen „Compact“-Magazins
       
       Jena/Erfurt dpa | Das deutlich sichtbare Platzieren einer rechten
       Zeitschrift hinter der Windschutzscheibe eines Einsatzwagens hat für zwei
       Thüringer Polizeibeamte Konsequenzen. Die beiden Erfurter
       Bereitschaftspolizisten wurden mit sofortiger Wirkung in eine andere
       Dienststelle versetzt.
       
       Die Landeseinsatzzentrale bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden
       Bericht des Radiosenders MDR Info. Gegen die Beamten wurde den Angaben
       zufolge ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
       
       Die Polizisten hatten am Mittwoch vor einer AfD-Kundgebung in Jena [1][die
       rechtsgerichtete Zeitschrift Compact hinter der Windschutzscheibe ihres
       Einsatzwagens angebracht]. Auf dem Titel war die AfD-Chefin Frauke Petry zu
       sehen.
       
       „Das ist provozierend und extrem unprofessionell“, sagte der Thüringer
       GdP-Landeschef Kai Christ der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei sei
       während des Dienstes zur politischen Neutralität verpflichtet.
       
       ## „Sorry trotzdem“
       
       Christ sprach von einem Einzelfall. „Davon lässt sich keinesfalls ableiten,
       dass die Thüringer Polizei grundsätzlich rechts orientiert ist.“ Auch
       Landtagspräsident Christian Carius warnte davor, die Thüringer Polizei
       pauschal zu verurteilen. „Sie macht im Grundsatz eine gute Arbeit“, sagte
       er.
       
       Die Polizei hatte sich schon am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst
       Twitter entschuldigt. Dort war die Frage nach ihrer Neutralität
       aufgekommen. „[2][Wir sind selbstverständlich unparteiisch! Sorry
       trotzdem“], so die Antwort.
       
       Bereits Ende 2015 war im Internet ein Bild von einem Thüringer Polizisten
       aufgetaucht, der auf seinem Schlagstock einen Sticker mit rechtsextremen
       Parolen trug. In einem anderen Fall soll ein Beamter auf Facebook
       rechtsextreme Parolen gepostet haben.
       
       In Jena hatten am Mittwochabend etwa 2.500 Menschen lautstark gegen die
       AfD-Kundgebung protestiert, an der laut Polizei etwa 550 Menschen
       teilnahmen. Fünf AfD-Demonstranten wurden auf dem Weg zur Kundgebung von 20
       bis 25 teilweise Vermummten angegriffen und verletzt.
       
       Nach Angaben der Jenaer Landespolizeiinspektion erhielt eines der Opfer
       einen Schlag mit einer Glasflasche auf den Kopf; andere wurden mit
       Stahlkappenschuhen getreten. Als Gegendemonstranten Absperrungen
       durchbrechen wollten, setzte die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke ein.
       Bei dem Einsatz wurden auch drei Polizeibeamte verletzt.
       
       11 Mar 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Verletzte-bei-AfD-Kundgebung-in-Jena/!5285914
 (DIR) [2] https://twitter.com/Polizei_Thuer/status/707577070470242304
       
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