# taz.de -- Kommentar CDU nach der Wahl: Ein Votum für Merkels Kurs
       
       > Im Westen wurden jene CDU-Politiker abgestraft, die sich von Merkels
       > Flüchtlingspolitik abgrenzten. Ihre Kurzsicht hat sich nicht ausgezahlt.
       
 (IMG) Bild: Nach rechts abgesetzt und verloren: Guido Wolf und Julia Klöckner (r.) mit der Bundeskanzlerin.
       
       Wenn es stimmt, dass die drei Landtagswahlen vom Sonntag eine Abstimmung
       über Angela Merkels Flüchtlingspolitik waren, wie es vorab hieß, dann hat
       die Kanzlerin wenig Grund, jetzt von ihrem Kurs abzurücken. Denn abgestraft
       wurden die Kandidaten ihrer eigenen Partei, die sich aus kurzsichtigen
       wahltaktischen Beweggründen von ihr abgesetzt hatten. Das gilt zumindest
       für den Westen der Republik, für Julia Klöckner und Guido Wolff und deren
       „Plan A2“. Ihre Illoyalität wurde nicht belohnt.
       
       Eindrucksvoll bestätigt wurden stattdessen Malu Dreyer und Winfried
       Kretschmann, die sich ohne Wenn und Aber hinter die Kanzlerin gestellt
       hatten. Es ist paradox, aber die Niederlage ihrer innerparteilichen
       Kritiker bestätigt Merkels Kurs. Abwegig ist deshalb Horst Seehofers
       Deutung, Merkels Flüchtlingspolitik sei Schuld an der CDU-Schlappe.
       
       Hätten die gescheiterten CDU-Kandidaten auf ihn gehört und sich noch
       stärker von Merkel abgesetzt, hätten sie vielleicht mehr Wähler davon
       abgehalten, ihr Kreuz aus Protest bei der AfD zu machen – womöglich wären
       dafür aber noch viel mehr zu SPD und Grünen abgewandert, als es ohnehin
       schon taten.
       
       Dass sich rechts von der Union eine neue Partei etabliert, das ist nun
       einmal nicht zu verhindern. Deutschland vollzieht damit nur nach, was
       anderswo in Europa längst Normalität ist. Denn rechtspopulistische Parteien
       sind fast überall in Westeuropa eine feste Größe – und in Osteuropa, in
       Polen und Ungarn, sogar die dominierende Kraft.
       
       Auch in Deutschland zeigt sich ein Ost-West-Unterschied: Während das Votum
       im Westen eindeutig zugunsten der „Willkommenskultur“ der Kanzlerin
       ausfiel, ist es im Osten genau umgekehrt – dort stellen die Skeptiker und
       Gegner die Mehrheit. Die Flüchtlingsfrage spaltet das Land, doch die
       Zustimmung überwiegt. Nach den Landtagswahlen kann Merkel deshalb gestärkt
       zum nächsten EU-Gipfel mit der Türkei fahren.
       
       14 Mar 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Bax
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Angela Merkel
 (DIR) Horst Seehofer
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
 (DIR) Flüchtlinge
 (DIR) Julia Klöckner
 (DIR) Guido Wolf
 (DIR) CDU
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
 (DIR) Winfried Kretschmann
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Kommentar Die SPD nach der Wahl: Verharren in Agonie
       
       Die SPD ist auf dem Weg, den Wählern gleichgültig zu werden. Seit sie 2009
       auf rund 25 Prozent der Stimmen rutschte, ist sie dort wie festgenagelt.
       
 (DIR) Kommentar Die neue Politik der Grünen: Verantwortung statt Weltethos
       
       Durch Winfried Kretschmann ist aus einer Kritisierpartei eine
       Regierungspartei geworden. Er steht für das Bewahren progressiver
       Errungenschaften.
       
 (DIR) Kommentar Nach den Landtagswahlen: Personen statt Programme
       
       Nur die AfD punktete mit ihrem Programm. Eine Demokratie muss dieser Partei
       aber mehr entgegensetzen als nur Persönlichkeiten.
       
 (DIR) Die AfD nach den Landtagswahlen: Das rechte Potpourri
       
       Die AfD feiert ihre Landtagseinzüge. Die Erfolge bergen aber auch Gefahr:
       Streit und peinliche Auftritte der Neulinge stehen bevor.
       
 (DIR) Die CDU nach den Landtagswahlen: Verdammt spät dran
       
       Angela Merkel rückt nicht von ihrer Flüchtlingspolitik ab. Schuld an den
       Verlusten der CDU sei nicht ihre Politik. Man müsse sie nur besser
       kommunizieren.
       
 (DIR) Grüner Stratege in Baden-Württemberg: Kretschmanns zweite Stimme
       
       Rudi Hoogvliet ist grünes Urgestein und enger Vertrauter von Winfried
       Kretschmann. Der Erfolg bei der Landtagswahl ist auch ihm zu verdanken.
       
 (DIR) Die Linkspartei nach den Landtagswahlen: „Unbemerkter Verlierer des Abends“
       
       Die Partei verfehlte den Einzug in zwei Landtage und hat in Sachsen-Anhalt
       Verluste erlitten. Ihre Wähler sind zur AfD gewandert. Eine
       Strategiedebatte steht an.
       
 (DIR) Kommentar Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Cool bleiben
       
       Die AfD zieht mit 24 Sitzen in das Landesparlament ein. Die
       Regierungsbildung wird nun eine Bastelaufgabe besonderer Art.
       
 (DIR) AfD bei den Landtagswahlen: Rechtsaußen überholt
       
       Mit starken Ergebnissen zieht die Partei in alle drei Landtage ein. Manch
       einer träumt sich in die Regierung. Doch es könnte Grabenkämpfe geben.