# taz.de -- Erpresser-Virus in Deutschland: „Locky“ verbreitet sich rasant
       
       > Der aggressive Trojaner „Locky“ verschlüsselt Daten, um Lösegeld zu
       > erpressen. In Deutschland infizieren sich derzeit tausende Rechner pro
       > Stunde.
       
 (IMG) Bild: Massenweise Opfer: Selbst die Rechner eines Fraunhofer-Instituts sind von „Locky“ befallen.
       
       Berlin dpa | Ein aggressiver Erpressungs-Trojaner verbreitet sich aktuell
       weiter rasant vor allem auf Computern in Deutschland. Der
       Sicherheitsexperte [1][Kevin Beaumont zählte 5.300 Neuinfektionen] mit dem
       Windows-Trojaner „Locky“ durch gefälschte E-Mails pro Stunde. Damit lag die
       Infektionsrate in Deutschland deutlich vor den Niederlanden (2.900) und den
       USA (2.700).
       
       Auch das Fraunhofer-Institut in Bayreuth zählte in dieser Woche zu den
       Opfern. Der Virus legte dort mehrere Dutzend PC-Arbeitsplätze lahm, indem
       er die Daten auf einem zentralen Server verschlüsselte und damit
       unbrauchbar machte.
       
       Die Erpresser-Mails werden inzwischen auch in korrektem Deutsch geschickt,
       berichtete Beaumont in einem Twitter-Beitrag. Die Mails werden mit einem
       Anhang verschickt und geben sich in der Regel als Rechnungen aus. Wie der
       Experte berichtete, hebelt der Trojaner auch Sicherheitseinstellungen in
       Microsoft Outlook aus.
       
       Durch eine aktuell veränderte Verbreitungsmethode werde der Schädling auch
       von Antiviren-Programmen derzeit nicht erkannt. „Locky“ ist [2][Heise
       online] zufolge auch in der Lage, sämtliche Daten zu sperren, die etwa mit
       einem Cloudspeicher oder über Netzwerke synchronisiert werden.
       
       Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät, auf keinen
       Fall auf die Lösegeldforderungen einzugehen, sondern Anzeige zu erstatten.
       In vielen Fällen würden auch nach einer Zahlung die Daten nicht wieder
       entschlüsselt.
       
       19 Feb 2016
       
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