# taz.de -- Plagiatsvorwürfe gegen Kehlmann: Ende der Geschichte
       
       > Germanistikprofessor Klaus Kastberger hatte suggeriert, dass Daniel
       > Kehlmann aus der Wikipedia abschreibt. Nun entschuldigt er sich.
       
 (IMG) Bild: „Du entschuldigst dich gefälligst. Ja, genau Du bist gemeint.“
       
       Es ist immer gut, wenn man ein Thema abschließen kann. Klaus Kastberger,
       Germanistikprofessor und Juror beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb, hatte
       dem Schriftsteller Daniel Kehlmann Abschreiberei vorgeworfen. In einem
       Interview in der Wiener Zeitung [1][hatte Kastberger behauptet], dass
       Daniel Kehlmann „nichts anderes macht, als Wikipedia abzuschreiben und
       daraus Romane zu basteln“.
       
       Daniel Kehlmann war alles andere als amüsiert und verlangte Belege. Die
       konnte Kastberger nicht liefern. Seine Behauptung, er habe den Vorwurf nur
       in einem übertragenen Sinn gemeint, befriedigte Kehlmann
       verständlicherweise nicht; der Vorwurf stand ja wortwörtlich da. Der Autor
       Joseph Wälzholz hatte im November in der taz über diesen Disput
       [2][berichtet und vorgeschlagen], Kastberger möge sich bei Kehlmann
       entschuldigen.
       
       Genau das hat Klaus Kastberger nun getan. In der Wiener Zeitung [3][schrieb
       er öffentlich] an Daniel Kehlmann: „Dem Wortsinn nach kann weder davon
       gesprochen werden, dass Sie mit ihrem Buch ‚nichts anderes gemacht hätten,
       als Wikipedia abzuschreiben‘, noch wurde in der Fachliteratur oder wo auch
       immer bisher eine Ähnlichkeit ‚mancher Passagen‘ des Buches und des
       Online-Lexikons ‚nachgewiesen‘. Ich ziehe hiermit meine Behauptungen mit
       dem Ausdruck aufrichtigen Bedauerns zurück und entschuldige mich für die
       Unbill, die Sie daraus erlitten haben.“
       
       Mit dieser öffentlichen Entschuldigung sind die Vorwürfe vom Tisch.
       Kehlmann hat nicht aus Wikipedia abgeschrieben. Ende der Geschichte.
       
       29 Jan 2016
       
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 (DIR) [1] http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wz_reflexionen/zeitgenossen/779409_Der-Autor-braucht-nur-einen-depperten-Stift.html
 (DIR) [2] /Plagiatsvorwurf-gegen-Daniel-Kehlmann/!5247899/
 (DIR) [3] http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wz_reflexionen/zeitgenossen/797614_Stellungnahme-zur-Causa-Kehlmann.html
       
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 (DIR) Dirk Knipphals
       
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