# taz.de -- Vatikan unterzeichnet Klimakonvention: Lasst ihn durch, er will die Welt retten
       
       > Rechtzeitig zur COP21 macht sich der Vatikan an das weltliche Wetter: Der
       > Kirchenstaat plant, die Klimarahmenkonvention zu unterzeichnen.
       
 (IMG) Bild: Papst Franziskus an der Heiligen Pforte des Petersdoms im Vatikan
       
       Paris taz | Die Experten für den Himmel wollen nun auch beim Schutz der
       Erdatmosphäre mithelfen. Der Vatikanstaat steht kurz davor, als 196.
       Mitgliedsstaat die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) zu
       unterzeichnen. „Wir bereiten in Absprache mit dem UNFCCC-Sekretariat die
       nötigen Unterlagen vor“, sagte Bernadito Auza, ständiger Vertreter des
       Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen am Dienstagabend gegenüber der
       taz. Erzbischof Auza sprach am Rande der UN-Klimakonferenz in Paris.
       
       Die Formalitäten für die Anmeldung sollten bis Anfang 2016 erledigt sein,
       meinte Auza. Das Ziel sei, „im April den Klimavertrag von Paris
       unterschreiben zu können“. Die Initiative dazu sei von Papst Franziskus
       ausgegangen, der sich bereits in der Vergangenheit stark für das Klima- und
       Ökologiethema engagiert hat. Um dem Vertrag beizutreten, der in Paris am
       Wochenende ausgehandelt werden soll, müsse der Vatikanstaat aber drei
       Monate vorher die Klimarahmenkonvention unterzeichnet haben.
       
       Das UN-Klimasekretariat konnte diesen Plan des Kirchenstaats vorerst nicht
       bestätigen. „Ein offzieller Antrag liegt uns bislang nicht vor“, sagte ein
       Sprecher in Paris. „Aber natürlich ist der Heilige Stuhl sehr willkommen.“
       
       Bisher hat der Vatikan ebenso wie Palästina nur einen Status als Beobachter
       bei den Klimagesprächen. Bisher ist der Vertreter des Kirchenstaats bei den
       Klimagipfeln nicht besonders aufgefallen, oft blieben die Beobachtersitze
       leer. Das soll sich nun ändern, meinte Auza. Er erwarte „eine aktivere
       Rolle“ der katholischen Kirche in dieser Frage.
       
       Papst Franziskus hatte wiederholt klargemacht, dass er den Fortgang der
       Konferenz in Paris sehr genau beobachtet. Am Sonntag hatte er auf dem
       Petersplatz in Rom die Gläubigen dazu aufgerufen, für einen Erfolg des
       Klimagipfels zu beten.
       
       Auf seiner letzten Auslandsreise nach Afrika hatte er das Thema Klima und
       Verwundbarkeit der armen Bevölkerung mehrfach betont. Und im Sommer hatte
       Papst Franziskus mit der Enzyklika „Laudato Si“ ein Mahn- und Lehrschreiben
       an die Kirche und die Welt geschrieben. In dem Dokument ruft er zu einer
       ökologischen Theologie auf, die die Erde als Schöpfung Gottes achten und
       bewahren solle. Einem ungebremsten Kapitalismus erteilt der oberste
       Katholik darin ebenso eine Abfuhr wie den „Marktmechanismen“, etwa dem
       Emissionshandel, die auf der UN-Konferenz breit diskutiert werden.
       
       8 Dec 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Bernhard Pötter
       
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