# taz.de -- Paris im Ausnahmezustand: Mehr als 2.000 Razzien
       
       > Nach den Anschlägen in Paris haben französische Polizisten mehr als 2.000
       > Razzien durchgeführt. Über 200 Personen wurden abgeführt.
       
 (IMG) Bild: Viele Touristen meiden derzeit die französische Hauptstadt.
       
       Paris dpa | Auf der Suche nach den überlebenden Attentätern von Paris und
       ihren Hintermännern hat die französische Polizei mehr als 2.000 Razzien
       ausgeführt und 210 Personen in Gewahrsam genommen. Seit dem 13. November
       seien bei Hausdurchsuchungen auch 320 Schusswaffen gefunden worden,
       darunter rund 30 Kriegswaffen, sagte Premierminister Manuel Valls am
       Dienstag dem französischen Radiosender „Europe 1“.
       
       Frankreich hat nach den Terroranschlägen vom 13. November, bei denen 130
       Menschen starben, bis zum 26. Februar den Ausnahmezustand verhängt. Valls
       schloss eine Verlängerung dieser Maßnahme nicht aus, die den
       Sicherheitskräften unter anderem Wohnungsdurchsuchungen und Hausarreste
       ohne richterlichen Beschluss erlaubt. Man könne diese Möglichkeit nicht
       ausblenden.
       
       Aber das hänge von der Bedrohung des Landes ab. Man müsse
       verantwortungsvoll reagieren, fügte er hinzu. Sieben der Attentäter vom 13.
       November sind tot, zwei weitere werden noch gesucht.
       
       Sorgen macht sich Valls um die Tourismusbranche in Paris. Angesichts eines
       drastischen Besucherrückgangs nach den Anschlägen wirbt der Premierminister
       jetzt um Touristen. „Kommen Sie nach Paris! Hier ist es sicher“,
       appellierte der Regierungschef in Europe 1 an Besucher aus aller Welt.
       „Geben Sie Geld aus! Leben Sie! Gehen Sie wieder in Konzerte, ins Kino, ins
       Theater!“
       
       Nach Valls‘ Angaben gibt es noch keine Zahlen, wie sich die Anschläge auf
       das Wirtschaftswachstum auswirken. Der Hotel- und Gaststättenverband UMIH
       berichtete aber schon von einem Besucherrückgang von etwa 40 Prozent im
       Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014. Wegen der UN-Klimakonferenz mit mehr
       als 10.000 Teilnehmern aus aller Welt sind die Hotels aktuell aber gut
       belegt.
       
       Mit etwa 30 Millionen Besuchern pro Jahr gehört der Großraum Paris zu den
       wichtigsten Reisezielen der Welt.
       
       1 Dec 2015
       
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