# taz.de -- Fusionspläne auf dem Wohnungsmarkt: Auf zum großen Mieter-Monopoly
       
       > Keine gute Nachricht für MieterInnen: Der Vonovia-Konzern will seine
       > Konkurrentin, die Deutsche Wohnen, schlucken.
       
 (IMG) Bild: Noch in den Händen der Deutschen Wohnen: Siedlung in Berlin-Britz.
       
       Berlin taz | Landflucht, Zuwanderung und demografischer Wandel: Das
       Geschäft mit Wohnraum in Deutschland dürfte vielerorts künftig weiter
       attraktiv sein. Da lohnt es sich, tief in die Schatulle zu greifen und
       Platzhirsch am Markt zu werden.
       
       Das jedenfalls denkt sich Deutschlands größter Wohnungskonzern, Vonovia. Er
       möchte seine Konkurrentin, die Deutsche Wohnen, schlucken – gegen deren
       Willen. Zwar wird das teuer. Aber klar ist, wer am Ende dafür bezahlen
       wird: Mieter und Wohnungssuchende.
       
       Deshalb gelang es dem Vonovia-Vorstand am Montag, trotz des Widerstands der
       Konkurrentin die Rückendeckung seiner Aktionäre für den Expansionskurs zu
       bekommen. 78 Prozent der Anteilseigner billigten bei einer
       außerordentlichen Hauptversammlung eine für die Übernahme nötige
       milliardenschwere Kapitalerhöhung.
       
       Damit die Fusion zustande kommt, muss nun die Mehrheit der
       Deutsche-Wohnen-Aktionäre ihre Anteile hergeben. Wenn das gelingt, würde
       Vonovia mehr als eine halbe Million Wohnungen in Deutschland besitzen. Im
       Oktober hatte die Firma ein Übernahmeangebot unterbreitet, das inklusive
       Schulden etwa 14 Milliarden Euro schwer ist.
       
       Erst am Freitag hatte die Konkurrentin eigene Zukäufe für 1,2 Milliarden
       Euro bekanntgegeben. Damit soll den Anteilseignern offenbar gezeigt werden,
       dass eine eigenständige Zukunft möglich ist. Zudem könnte der Preis nach
       oben getrieben und der Käufer verunsichert werden, da er die knapp 14.000
       neuen Wohnungen nicht kennt.
       
       „Wir brauchen keine Milliardendeals auf dem Immobilienmarkt und kein
       Wettbieten börsennotierter Unternehmen um deren Wohnungsbestände“,
       kritisierte der Chef des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. Durch
       Fusionen entstehe keine einzige neue Wohnung. „Statt Wohnungshandel ist
       Wohnungsneubau notwendig.“ Die Furcht der Mieterschützer: Die Übernahme
       würde den Druck zur Kostensenkung einerseits und Steigerung der Einnahmen
       andererseits erhöhen.
       
       1 Dec 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Richard Rother
       
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