# taz.de -- Kommentar Feuer in Berliner Turnhalle: Jetzt ein starkes Zeichen setzen!
       
       > Nicht mal mehr die CDU glaubt an Zufälle: Sie fordert die volle Härte des
       > Rechtsstaats für Feinde der Demokratie. Der Senat sollte in einem Heim
       > Präsenz zeigen.
       
 (IMG) Bild: Bewohner des Geländes beobachten die Löscharbeiten auf einem ehemaligen Klinikgelände.
       
       Gibt es in Zeiten wie diesen Zufälle? Kann es sein, dass eine Turnhalle,
       die als Anlaufstelle für Flüchtlinge im Gespräch war, einfach so abbrennt?
       Offenbar glaubt nicht einmal die Politik an solche Zufälle. Der
       CDU-Fraktionschef hat am Mittwochnachmittag bereits angekündigt, die
       „Feinde unserer Demokratie“ würden die volle Härte des Rechtsstaates zu
       spüren bekommen.
       
       Es spricht also vieles dafür, dass das „Dunkeldeutschland“, von dem
       Bundespräsident Joachim Gauck am Mittwoch bei einem Besuch im
       Flüchtlingsheim in Wilmersdorf sprach, auch in Berlin beheimatet ist – und
       zwar nicht nur in Marzahn und Buch, wo es immer wieder rechtsradikale
       Übergriffe gegen Flüchtlinge gegeben hat, sondern auch im Westbezirk
       Reinickendorf.
       
       Natürlich muss man abwarten, was die Untersuchungen von Feuerwehr und
       Polizei ergeben. Dennoch muss die Politik sofort handeln. Der Regierende
       Bürgermeister Michael Müller (SPD) muss – vor Ort! – ebenso deutliche Worte
       finden wie Dietmar Woidke in Nauen. Die Botschaft der Politik muss
       eindeutig sein und diejenigen isolieren, die bei solchen Aktionen heimlich
       Beifall klatschen, und denjenigen den Rücken stärken, die das andere, das
       bunte Deutschland, und Berlin verkörpern.
       
       Deshalb wäre der Senat gut beraten, seine nächste Sitzung in einem
       Flüchtlingsheim abzuhalten. Das wäre ein Signal, das mehr wäre als alle
       Bekundungen des Erschrockenseins. Denn es richtete sich nicht in erster
       Linie gegen das „Pack“, sondern an all die, die als Flüchtlinge nach Berlin
       kommen. Es wäre also ein Signal für etwas – auch für all die Berlinerinnen
       und Berliner, die sich für eine andere Willkommenskultur einsetzen.
       
       26 Aug 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uwe Rada
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Flüchtlinge
 (DIR) Brandstiftung
 (DIR) Unterbringung
 (DIR) Reinickendorf
 (DIR) Europa
 (DIR) Flüchtlinge
 (DIR) Brandanschlag
 (DIR) Asyl
 (DIR) Asyl
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Niedergebrannte Sporthalle in Berlin: Ausnahmsweise kein Flüchtlingshass
       
       Eine Berliner Turnhalle brennt nieder. In der Nähe wohnen Flüchtlinge. Doch
       in diesem Fall waren es wohl nicht Rechte, die das Feuer legten.
       
 (DIR) Westbalkan-Konferenz: Um Schicksale schachern
       
       Auf dem Treffen in Wien wollen die Staaten nach Lösungen in der
       Flüchtlingskrise suchen. Die UN fordern unterdessen die Einrichtung
       sogenannter Hotspots.
       
 (DIR) Feuer auf Gelände von Flüchtlingsheim: Entsetzen nach dem Brand
       
       Auf dem Gelände der Berliner Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik brennt eine
       Turnhalle nieder. In unmittelbarer Nähe leben 900 Flüchtlinge.
       
 (DIR) Rechte Gewalt in Brandenburg und Berlin: Nazis sind brandgefährlich
       
       In Nauen ist eine geplante Notunterkunft niedergebrannt, die Polizei geht
       von Brandstiftung aus. Auch in Berlin wird über eine neue Qualität rechter
       Gewalt diskutiert.
       
 (DIR) Merkel über rechte Gewalt in Heidenau: „In keiner Weise akzeptabel“
       
       Erst nach einem Medien-Shitstorm wendet sich die Kanzlerin deutlich gegen
       Naziübergriffe. Zur Flüchtlingspolitik äußert sie sich nur vage.
       
 (DIR) Nach den Ausschreitungen in Heidenau: Gabriel will rechtes „Pack“ bestrafen
       
       Deutschland dürfe den Rechten keinen Millimeter Raum geben, sagt Sigmar
       Gabriel. Auch die Kanzlerin lässt ausrichten, die Vorkommnisse seien
       „beschämend“.