# taz.de -- Entsorgung von Elektroschrott: „Das Gesetz ist eine Mogelpackung“
       
       > Elektrogeräte beim Händler abzugeben, soll leichter werden. Thomas
       > Fischer von der Umwelthilfe über Toaster im Müll und Lücken in den
       > Vorschriften.
       
 (IMG) Bild: Und am Ende landet doch wieder alles auf einem Haufen.
       
       taz: Herr Fischer, Kunden sollen alte und defekte Elektrogeräte künftig
       leichter bei den Händlern entsorgen können, das hat die Bundesregierung
       beschlossen. Landen jetzt weniger Toaster im Hausmüll? 
       
       Thomas Fischer: Nein. Denn Kunden können Geräte nur zurückgeben, wenn ein
       Händler auf mindestens 400 Quadratmetern Elektrogeräte verkauft. Der Kunde
       müsste also mit einem Maßband in den Laden. Zudem sind Discounter wie Lidl
       und Aldi, die ausgesprochen häufig Elektrogeräte als Aktionsware verkaufen
       – Toaster, Lockenstäbe, Rasierapparate – komplett ausgenommen. In den
       allermeisten Läden werden Kunden mit ihren alten Geräten also weiterhin
       wieder nach Hause geschickt.
       
       Es würde schon reichen, wenn ein Händler einfach seine Elektrogeräte etwas
       stärker zusammenrückt, um die 400 Quadratmeter zu unterschreiten? 
       
       Genau so. Und das alles ist fatal, denn: Ein Kunde versucht in der Regel
       genau ein Mal, sein altes Gerät zurückzubringen. Klappt das nicht, schmeißt
       er sein Gerät beim nächsten Mal vermutlich in den Hausmüll. Das Gesetz ist
       also eine Mogelpackung.
       
       Die EU schreibt aber vor, dass bis 2019 mindestens 65 Prozent des
       Elektromülls erfasst und wiederverwertet werden soll. Wie ginge es also
       besser? 
       
       Momentan liegt die Quote in Deutschland bei 40 Prozent, mehr als die Hälfte
       der wiederverwertbaren Altgeräte landet also im Restmüll. Das ist ein
       großes Problem. Erhöhen lässt sich die Quote aber nur mit wirklich
       verbraucherfreundlichen Regelungen. Am besten wäre es, wenn Kunden ihre
       Geräte in sämtlichen Läden ab 100 Quadratmeter Verkaufsfläche, und zwar
       gesamter Verkaufsfläche, zurückgeben können.
       
       Wäre eine Erhöhung der Nutzungsdauer nicht wichtiger als eine hohe
       Recyclingquote? 
       
       Definitiv. Abfälle zu vermeiden ist der beste Weg. Doch auch dafür gibt das
       Gesetz keinen Anreiz. Ein ökologisches Produktdesign – etwa der einfache
       Austausch von Akkus durch den Verbraucher – ist genauso wenig
       vorgeschrieben wie der Zugang von geprüften Reparaturbetrieben zu den
       Sammelstellen oder eine Verlängerung der Gewährleistungszeit auf über zwei
       Jahre.
       
       3 Jul 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Svenja Bergt
       
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