# taz.de -- Flüchtlingsmisshandlungen in Burbach: Inzwischen sind es 50 Beschuldigte
       
       > Nach den Übergriffen in einer Notunterkunft ermittelt die
       > Staatsanwaltschaft gegen immer mehr Menschen – darunter sind auch zwei
       > Bedienstete der Bezirksregierung.
       
 (IMG) Bild: Die Notunterkunft in Burbach im Oktober 2014
       
       SIEGEN afp | Der Skandal um mutmaßliche [1][Misshandlungen von
       Flüchtlingen] in Nordrhein-Westfalen weitet sich aus. Gut acht Monate nach
       Bekanntwerden der Vorwürfe ermittelt die Justiz unterdessen gegen 50
       Beschuldigte, wie die Staatsanwaltschaft Siegen am Montag mitteilte.
       
       Die Ermittlungen richten sich demnach unter anderem gegen
       Sicherheitsbedienstete und Sozialbetreuer, die in der betroffenen
       Flüchtlingsunterkunft in Burbach eingesetzt waren. Darüber hinaus bestehe
       gegen zwei Bedienstete der Bezirksregierung Arnsberg ein Anfangsverdacht
       der Freiheitsberaubung und der Nötigung durch Unterlassen.
       
       Im vergangenen März hatte die Siegener Staatsanwaltschaft in einer
       Zwischenbilanz ihrer Ermittlungen noch von gut 30 Beschuldigten gesprochen.
       Der Behörde zufolge nimmt die Ermittlungskommission „Heim“ des
       Polizeipräsidiums Hagen derzeit weiterhin umfangreiche Vernehmungen von
       Beschuldigten und Zeugen vor. „Die Ermittlungen werden noch geraume Zeit in
       Anspruch nehmen“, hieß es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft.
       
       Ende September 2014 [2][war bekannt geworden], dass in der Notunterkunft in
       Burbach Asylbewerber Übergriffen ausgesetzt und rechtswidrig in einem
       sogenannten „Problemzimmer“ untergebracht worden sein sollen. Unter anderem
       gelangte damals ein Handy-Foto an die Öffentlichkeit, auf dem zwei
       Sicherheitsleute sowie ein gefesselt am Boden liegender Mann zu sehen sind.
       
       Auf dem Bild drückt ein Wachmann das Opfer mit seinem Stiefel nach unten.
       Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte sich das Land Nordrhein-Westfalen von
       der privaten Betreiberfirma der Flüchtlingsunterkunft in Burbach
       [3][getrennt].
       
       18 May 2015
       
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