# taz.de -- Ergebnisse der Europawahlen: Fast alle Regierungen abgestraft
       
       > Egal ob rechts oder links: Bei den Europawahlen ging es mal wieder eher
       > um nationale Denkzettel. Regierungen wurden in der Regel abgestraft.
       
 (IMG) Bild: Ihre Entscheidungen sind nicht so wichtig für die Wahl: Europaabgeordnete in Straßburg.
       
       HAMBURG dpa/afp/ap/taz | In vielen Ländern haben die Bürger die Wahlen zum
       Europaparlament genutzt, um ihre nationalen Regierungen abzustrafen. In
       Großbritannien, Österreich, Ungarn, Griechenland, den Niederlanden,
       Bulgarien, Slowenien, Portugal und Malta verpassten die Wähler ihrer
       nationalen Regierung einen Denkzettel. Auch in Irland steuerte die
       konservative Fianna Fail von Regierungschef Brian Cowen nach Prognosen auf
       eine Schlappe zu. Stärkste Kraft im EU-Parlament bleibt die Europäische
       Volkspartei (EVP), der auch CDU und CSU angehören.
       
       In Belgien sind die Christdemokraten die Wahlsieger. Mit einem Anteil von
       15,2 Prozent wurden sie stärkste polítische Kraft vor den Liberalen mit 13
       Prozent. Wahlverlierer ist die rechtsextreme Partei Vlaams Belang, deren
       Anteil von 14,3 Prozent auf 10,6 Prozent zurückging. Die frankophonen
       Sozialisten erreichten 10,0 Prozent. Die grüne Partei Ecolo konnte ihr
       Ergebnis auf 7,9 Prozent mehr als verdoppeln. Belgien stellt 22 Abgeordnete
       im Europaparlament. 
       
       In Bulgarien hat die bürgerliche Oppositionspartei GERB die Europawahl klar
       gewonnen. Sie erhielt 24,48 Prozent der Stimmen, teilte die Wahlkommission
       am Montag nach der Auszählung aller Stimmen mit. Die regierenden
       Sozialisten (Ex-Kommunisten) kamen auf nur 18,59 Prozent. Die Bulgaren
       bestimmten ihre 17 EU-Abgeordneten bei einer Wahlbeteiligung von 37,73
       Prozent (2007: 28 Prozent). Ins Europaparlament ziehen wieder die
       EU-feindliche Ataka Partei mit 12 Prozent und die Partei der türkischen
       Minderheit (DPS) mit 14 Prozent ein. Auch die liberale Nationale Bewegung
       NDSW (8 Prozent) sowie die rechte Blaue Koalition (7,99 Prozent) werden
       Vertreter ins EU-Parlament entsenden. Die Abstimmung wurde von Berichten
       über Stimmenkauf überschattet.
       
       In Dänemark konnte die rechtspopulistische DVP ihren Stimmenanteil nach
       einer Hochrechnung des Fernsehens von 6,8 auf 15 Prozent steigern. Sie gilt
       als treibende Kraft hinter der betont harten dänischen Ausländerpolitik.
       
       In Estland konnten die beiden Parteien der Koalition von Ministerpräsident
       Andrus Ansip nur ein Mandat gegenüber drei für die oppositionelle
       Zentrumspartei und die Sozialdemokraten erringen. Ein weiterer der sechs
       estnischen Sitze ging überraschend an einen unabhängigen Kandidaten. Die
       Wahlbeteiligung betrug 43,2 Prozent.
       
       In Deutschland wurde mit 30,7 Prozent (2004: 36,5) die CDU die stärkste
       Partei. Zusammen mit den 7,2 Prozent (8,0) der CSU kommt die Union somit
       auf 37,9 (44,5) Prozent der Stimmen. Die SPD schnitt mit 20,8 (21,5)
       Prozent noch schwächer als vor fünf Jahren ab. Die Grünen erreichten 12,1
       (11,9) Prozent, die FDP 11,0 (6,1) Prozent und die Linkspartei 7,5 (6,1)
       Prozent. Die "sonstigen Parteien" erhielten 10,8 Prozent (9,8) der Stimmen.
       
       Die Sitzverteilung ist: CDU: 34 Sitze ; CSU: 8; SPD: 23; Grüne: 14; FDP:
       12, Die Linke: 8.
       
       Die Wahlbeteiligung lag bei 43,3 Prozent und damit geringfügig über dem
       Tiefstand von 2004 (43 Prozent).
       
       In Finnland haben drei der vier Regierungsparteien Stimmen und Mandate
       verloren. Wie eine Prognose nach Auszählung der Briefstimmen in Helsinki
       ergab, konnten nur die in der Koalition vertretenen Grünen ihr bisheriges
       Ergebnis mit einem Sitz halten. Je eines der insgesamt 13 finnischen
       Mandate abgeben mussten die Zentrumspartei von Ministerpräsident Matti
       Vanhanen, die Konservativen sowie die liberale SVP. Die oppositionellen
       Sozialdemokraten behaupteten ihre drei Mandate. In das EU-Parlament
       einziehen wird auch die nationalistische Partei "Wahre Finnen". Die
       Wahlbeteiligung lag mit 40,3 Prozent noch unter der bei den Europawahlen
       2004 mit 41,1 Prozent.
       
       In Frankreich ging das Regierungsbündnis von Präsident Nicolas Sarkozy
       allerdings gegen den allgemeinen Trend in Europa klar als stärkste aus der
       Wahl Partei hervor. Die konservative UMP kam nach Auszählung fast aller
       Wahlkreise auf 27,7 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor den
       Sozialisten (PS). Die Schwesterpartei der deutschen SPD stürzte auf 16,8
       Prozent ab und lag nur knapp vor den Grünen.
       
       Damit musste die wichtigste Oppositionspartei nach der Niederlage bei den
       Präsidentenwahlen erneut eine herbe Schlappe hinnehmen. Die Wahlbeteiligung
       lag nach Angaben des Innenministeriums bei 40,5 Prozent. Das ist ein
       historisches Tief bei Europawahlen in Frankreich (2004: 42,8 Prozent).
       
       In Griechenland waren es die oppositionellen Sozialisten die vom
       Denkzettel-Motiv profitierten. Sie verwiesen die regierenden Konservativen
       auf den zweiten Platz. Hochrechnungen zufolge erzielte die Sozialistische
       Partei (PASOK) gut 36, die konservative Regierungspartei Neue Demokratie
       (ND) dagegen bloß rund 33,5 Prozent der Stimmen. 2004 lagen die
       Konservativen noch neun Prozentpunkte vor den Sozialisten.
       
       In Großbritannien erlitt die regierende Labour-Partei eine herbe Schlappe.
       Nach Auszählung fast aller Wahlkreise lag die Partei von Premierminister
       Gordon Brown bei 15,4 Prozent. Damit wäre sie nur noch drittstärkste Kraft
       nach den Konservativen (28,3 Prozent) und der europakritischen UK
       Independence Party (17,5 Prozent). Für den umstrittenen Brown könnte das
       sogar bedeuten, dass er zurücktreten muss.
       
       In Irland kam die konservative Fianna Fail von Ministerpräsident Brian
       Cowen auf 24,1 Prozent, berichtete das Wahlforschungsinstitut Lansdowne.
       Die oppositionelle Fine Gael Partei konnte sich dagegen auf 29,1 Prozent
       steigern. Drittstärkste Kraft wurde mit 13,9 Prozent die Labour-Partei.
       Irland stellt zwölf Abgeordnete im EU-Parlament.
       
       In Italien kam Regierungschef Silvio Berlusconi noch einmal mit einem
       blauen Auge davon: Trotz der Skandale um eine angebliche Affäre mit einer
       heute 18-jährigen Schülerin und einem öffentlichen Scheidungskrieg ging er
       als Sieger aus der Wahl hervor.
       
       Nach Auszählung von etwa drei Viertel der Wahlbüros kam er mit seiner PDL
       auf 34,7 Prozent der Stimmen - nur etwa 2,7 Prozentpunkte weniger als noch
       bei den Parlamentswahlen 2008.
       
       Die oppositionelle linksgerichtete Demokratische Partei (DP) kam auf 26,5
       Prozent der Stimmen. Große Gewinnerin des Urnengangs war offenbar nach
       vorläufigem Ergebnis mit 10,9 Prozent die mitregierende Lega Nord, die eine
       restriktive Einwanderungspolitik vertritt. Die Wahlbeteiligung sank
       gegenüber den vorherigen EU-Wahlen 2004 von 73 auf 66,5 Prozent, lag damit
       aber noch deutlich über dem EU-Durchschnitt von gut 43 Prozent.
       
       In Lettland hat das von der russischsprachigen Minderheit gestützte Zentrum
       für Harmonie deutliche Zugewinne erzielt. Auch aus den Kommunalwahlen, die
       ebenfalls am Sonntag stattfanden, ging die sozialdemokratisch ausgerichtete
       Partei als Sieger hervor. In der Hauptstadt Riga stimmten mehr als ein
       Drittel der Wähler für das Zentrum für Harmonie. Im künftigen EU-Parlament
       erhält die Partei zwei der acht lettischen Sitze, wie die Wahlkommission am
       Montag mitteilte. Ein weiteres Mandat geht an eine andere pro-russische
       Partei.
       
       In Litauen schnitten die Parteien hinter Ministerpräsident Andrius Kubilius
       vergleichsweise gut ab. Kubilius' eigene Christdemokraten sicherten sich
       vier der zwölf Sitze im Europaparlament für das größte baltische Land. Die
       oppositionellen Sozialdemokraten drei und die Partei Recht und Ordnung zwei
       Sitze. Erstmals konnte auch die Partei der polnischen Minderheit ein Mandat
       erringen. Die Wahlbeteiligung lag bei 21 Prozent.
       
       In Luxemburg die regierende Christlich-Soziale Volkspartei (CSV) als klare
       Siegerin hervorgegangen. Die CSV kam nach vorläufigen Ergebnissen vom
       Sonntagabend auf 38 Prozent der Stimmen. Ihr Koalitionspartner, die
       sozialistische LSAP, erzielte 21 Prozent. Die oppositionelle Demokratische
       Partei erhielt 16 Prozent der Stimmen, die Grünen 11 Prozent und die die
       Alternative Demokratische Reformpartei (ADR) 8 Prozent. Luxemburg stehen im
       EU-Parlament 6 der insgesamt 736 Sitze zu.
       
       In Malta siegten die oppositionellen Sozialisten.
       
       In den Niederlanden verbuchte die rechtspopulistische PVV einen großen
       Wahlerfolg. Die im Wahlkampf mit islam-feindlichen Parolen angetretene
       Partei war erstmals bei einer Europawahl dabei und wurde Teilergebnissen
       zufolge aus dem Stand mit knapp 17 Prozent der Stimmen zur zweitstärksten
       Kraft nach den regierenden Christdemokraten (CDA) von Ministerpräsident Jan
       Peter Balkenende, die 20 Prozent holte. Der große Verlierer der Europawahl
       in den Niederlanden ist die sozialdemokratische Partei der Arbeit (PvdA).
       Sie büßte fast die Hälfte der Stimmen ein und gewann nur noch 12,2 Prozent.
       
       In Österreich stürzte die regierende SPÖ mit 23,8 Prozent auf ihr
       historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Wahl seit 1949 ab, während die
       Rechtspopulisten ihren Stimmenanteil mehr als verdoppelten.
       
       Nach dem vorläufigen amtlichen Resultat ohne Briefwahl sackte die SPÖ von
       Bundeskanzler Werner Faymann um mehr als neun Prozentpunkte ab und musste
       den ersten Platz an ihren Koalitionspartner ÖVP abgeben. Die
       Österreichische Volkspartei (ÖVP) bekam mit 29,7 Prozent die meisten
       Stimmen.
       
       Die Liste des EU-Kritikers Hans-Peter Martin konnte vier Punkte auf 17,9
       Prozent zulegen und blieb drittstärkste Kraft. Die rechtspopulistische
       Freiheitliche Partei (FPÖ) gewann fast sieben Prozentpunkte hinzu und kommt
       auf 13,1 Prozent.
       
       In Polen hat die liberale Regierungspartei einen deutlichen Sieg errungen.
       Die Bürgerplattform PO von Ministerpräsident Donald Tusk bekam bei dem
       Urnengang 44,39 Prozent der Stimmen, wie die nationale Wahlkommission am
       Montag nach Auszählung von 98,9 Prozent der Stimmen mitteilte. Die
       konservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Staatschef Lech
       Kaczynski landete mit 27,41 Prozent abgeschlagen auf dem zweiten Platz.
       
       Polens 50 Sitze im EU-Parlament werden insgesamt zwischen fünf Parteien
       aufgeteilt. Die PO gehört im Europaparlament der konservativen Europäischen
       Volkspartei (EVP) an, die PiS will mit den britischen Konservativen und der
       rechtsliberalen tschechischen ODS eine eigene EU-kritische Fraktion bilden.
       Die Wahlbeteiligung betrug mit 24,53 Prozent.
       
       In Portugal haben ebenfalls die regierenden Sozialisten eine herbe
       Niederlage eingesteckt. Nach der Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen
       kam Socrates' Sozialistische Partei (PS) am Sonntagabend überraschend nur
       auf 26,5 Prozent – ein Minus von stattlichen 18 Prozentpunkten. Stärkste
       Kraft wurden bei dem Urnengang die konservativen Sozialdemokraten (PSD) mit
       33 Prozent der Stimmen.
       
       Großer Wahlsieger waren den Teilergebnissen zufolge linke Parteien, die
       gegenüber 2004 zusammen um sieben Prozentpunkte zulegten: Der
       Zusammenschluss der Grünen und Kommunisten (CDU) kommt demnach auf 10,2
       Prozent, dem linksextremen Linksblock gaben 10,1 Prozent der Portugiesen
       ihre Stimme.
       
       In Rumänien hat die Partei Romania Mare (PRM) des Ultranationalisten
       Corneliu Vadim Tudor stark zugelegt und rund sieben Prozent der Stimmen
       errungen. Auch der umstrittenen Kandidatin Elena Basescu, Ex-Model und
       Tochter des rumänischen Staatspräsidenten Traian Basescu, gelang der Einzug
       ins Parlament in Strasburg. Nach den Prognosen lagen die beiden
       Regierungsparteien PSD (Sozialisten) und PD-L (Rechtsliberale) mit je etwa
       30 Prozent als stärkste Kräfte wie schon bei der Parlamentswahl 2008
       gleichauf und könnten je zehn Vertreter entsenden. Drittstärkste Kraft wäre
       mit rund 16 Prozent und fünf EU-Parlamentariern die oppositionelle PNL
       (Nationalliberale). Die Partei der ungarischen Minderheit UDMR käme auf
       rund 10 Prozent.
       
       In Schweden konnten sich die oppositionellen Sozialdemokraten im Vergleich
       zur letzten Europawahl auf 25 Prozent leicht verbessern. Die Moderate
       Sammlungspartei legte ebenfalls etwas zu und kam auf 18,5 Prozent.
       Verlierer der Wahl ist die Linkspartei, die auf 5,7 Prozent kam. Einen
       Überraschungserfolg erzielten die Internet-Aktivisten der Piratenpartei.
       Die für die Lockerung von Urheberrechten im Internet eintretende Partei
       erhielt nach dem Ergebnis von Wählernachfragen 7,4 Prozent der Stimmen.
       
       In Spanien haben die Sozialisten (PSOE) von Ministerpräsident José Luis
       Rodríguez Zapatero überraschend deutlich verloren. Die Opposition der
       konservativen Volkspartei (PP) konnte erstmals seit der Parlamentswahl im
       Jahr 2000 eine landesweite Wahl in Spanien gewinnen. Sie kam nach dem
       vorläufigen Endergebnis auf 42,2 Prozent der Stimmen und errang damit 23
       der 50 spanischen Sitze im Europaparlament.
       
       Die Sozialisten errangen mit 38,5 Prozent der Stimmen 21 Sitze. Die
       Vereinte Linke (IU) sowie der Zusammenschluss von katalanischen und
       baskischen Nationalisten kamen jeweils auf zwei Sitze. Die übrigen zwei
       Mandate entfielen auf kleinere und regionale Parteien.
       
       Auch in der Slowakei konnte die Regierungspartei Smer-Sozialdemokratie von
       Ministerpräsident Robert Fico punkten, die nach inoffiziellen vorläufigen
       Ergebnissen 30 Prozent erhielt - doppelt so viele wie die stärkste
       Oppositionspartei. In der Slowakei gingen nur 19,6 Prozent der Berechtigten
       zur Wahl. Das ist EU-weit die kleinste Quote.
       
       In Slowenien wurden die Regierenden auf den zweiten Platz verwiesen: Die
       Sozialdemokraten von Regierungchef Boris Pahor erhielten nicht mehr als
       21,5 Prozent, während die oppositionelle SDS nach Hochrechnungen bis zu
       31,6 Prozent errang.
       
       In Tschechien konnten die konservativen Bürgerdemokraten (ODS) ihre
       Position als stärkste Partei verteidigen können. Dem am Montagmorgen in
       Prag veröffentlichten vorläufigen Endergebnis zufolge kam die ODS auf 31,3
       Prozent der Wählerstimmen (2004: 30 Prozent) gefolgt von den
       Sozialdemokraten (CSSD) mit 22,5 (11) und den Kommunisten mit 14,3 Prozent
       (20,3). Auch die Christdemokraten übertrafen mit 7,7 Prozent (9,6) erneut
       die Fünf-Prozent-Sperrklausel. Die europaskeptische Liste Souveränität
       verpasste den Einzug in das Europaparlament knapp mit 4,3 Prozent.
       Tschechien stellt künftig 22 Abgeordnete im EU-Parlament.
       
       In Ungarn hat es der bei Europawahl am Sonntag einen gewaltigen Rechtsruck
       gegeben. Die regierende Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) verlor mehr
       als die Hälfte ihrer bisherigen Mandate im Europaparlament, die rechten und
       rechtsextremen Oppositionsparteien errangen zusammen mehr als viermal so
       viele Sitze wie die Sozialisten.
       
       Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ist klarer Gewinner der
       national-konservative Bund Junger Demokraten (FIDESZ) mit 56 Prozent. Die
       MSZP erzielte mit 17,4 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 1990. Einen
       Durchbruch erzielte die rechts-extreme, offen gegen Roma hetzende Partei
       Jobbik (Die Besseren), die bei ihrem ersten alleinigen Antreten bei einer
       landesweiten Wahl auf 14,8 Prozent der Stimmen kam.
       
       In Zypern ist die konservative Demokratische Gesamtbewegung (DISY) mit
       35,65 Prozent (2004: 28,23) knapp stärkste Partei. Sie bekommt damit zwei
       Abgeordnete. Zweitstärkste Kraft wird die linke Aufbaupartei des
       Werktätigen Volkes (AKEL) mit 34,9 Prozent (2004: 27,89) und ebenfalls zwei
       Abgeordneten. Dies teilte die zentrale Wahlkommission am Sonntagabend mit.
       Beide Parteien setzen sich für eine Lösung der Zypernfrage ein. Die
       Wahlbeteiligung ist mit 59,40 Prozent im Vergleich zu den Wahlen 2004 (72,5
       Prozent) stark zurückgegangen.
       
       Jeweils einen Abgeordneten werden die kleineren Parteien, die bürgerliche
       Demokratische Partei (DIKO) mit 12,28 Prozent (2004: 17,09) und die
       Sozialisten (EDEK) mit 9,85 Prozent (2004: 10,79) ins Europaparlament
       schicken.
       
       Europaweit waren insgesamt mehr als 375 Millionen Wahlberechtigte
       aufgerufen, die 736 EU-Abgeordneten zu bestimmen. Überschattet wurden die
       Wahlen in Bulgarien und Rumänien von Fälschungsvorwürfen.
       
       Die europaweite Wahlbeteiligung ist dabei auf ein neues Rekordtief
       gesunken. Lediglich 43,55 Prozent der EU-Bürger beteiligten sich an den
       Wahlen zum Europaparlament. Das waren noch einmal rund 1,5 Prozentpunkte
       weniger als vor fünf Jahren, als die Beteiligung bei gut 45 Prozent gelegen
       hatte.
       
       Auch in Deutschland lag die Wahlbeteiligung bloß bei 43,3 Prozent.
       
       7 Jun 2009
       
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