# taz.de -- Proteste gegen Bundeswehr-Gelöbnis: Eine Demo für die Demo von Gelöbnix
> Nachdem die Gelöbnix-Demonstration von der Polizei auf eine Kundgebung
> eingedampft wurde, gibt es eine weitere Protestveranstaltung - gegen das
> Teilverbot.
(IMG) Bild: Bloß nicht zu nah dran: Die Demonstranten werden vom Gelöbnis fern gehalten
Nach dem Teilverbot der Proteste gegen das Bundeswehr-Gelöbnis am Montag
bekommen die Antimilitaristen Unterstützung aus der Politik. Die
Abgeordnete der Linkspartei Evrim Baba meldete eine Demonstration gegen das
Verbot des Gelöbnix-Zuges an. Die Militärgegner hatten ursprünglich eine
Demo-Route zwischen dem im Bendlerblock ansässigen Verteidigungsministerium
und dem Reichstag als Ort des Gelöbnisses geplant. Die Polizei erlaubte
jedoch nur eine Kundgebung am Potsdamer Platz, das Berliner
Verwaltungsgericht bestätigte am Freitag die Entscheidung.
"Es ist ein Skandal, dass man kritische Stimmen nicht in der Nähe des
Gelöbnisses haben möchte", begründet Baba die Anmeldung der Demonstration
gegen das Verbot. Sie könne es nicht nachvollziehen, dass Proteste in Hör-
und Sichtweite der Zeremonie nicht erlaubt würden. "Auch bei Militärparaden
muss Kritik erlaubt sein, das hat schließlich schon das
Bundesverfassungsgericht entschieden", sagt Baba. Die Proteste von Gelöbnix
richten sich gegen die Vereidigung von 400 Soldaten auf dem Platz vor dem
Reichstag.
"Wir begrüßen es natürlich, dass wir aus dieser Richtung Unterstützung
bekommen", sagt Frank Brendle von der Gelöbnix-Initiative mit Blick auf die
von Baba angemeldete Kundgebung. Ziel sei es jedoch weiterhin, vor Ort
gegen das Gelöbnis zu protestieren. Daher haben die Veranstalter gegen die
Entscheidung des Verwaltungsgerichts Beschwerde eingereicht - eine
Entscheidung wird im Laufe des Montags erwartet.
Momentan ist die Gelöbnix-Kundgebung noch weiter vom Gelöbnisort vorgesehen
als im vergangenen Jahr. Während die Demonstranten sich 2008 an der
Ebertstraße Ecke Hannah-Arendt-Straße am Holocaust-Mahnmal versammeln
durften, sehe der aktuelle Auflagenbescheid einen Kundgebungsort weiter in
Richtung Potsdamer Platz vor, erklärt Brendle. Sollte das Gelöbnis
tatsächlich, wie von Verteidigungminister Jung im vergangenen Jahr
angedacht, regelmäßig vor dem Reichstag stattfinden, fordert Brendle das
Recht, sich mit der gleichen Selbstverständlichkeit in der Nähe der
Zeremonie zu versammeln.
19 Jul 2009
## AUTOREN
(DIR) Svenja Bergt
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