# taz.de -- Untersuchungsauschuss für die Elphi: Fahnenstange ohne Ende
> Die SPD will durch einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss klären,
> wie die Kostenexplosion bei der Elbphilharmonie zu Stande kam. Beifall
> gibt es dafür von der Linksfraktion.
(IMG) Bild: "Schlecht kontrolliertes Projekt", findet Hamburgs SPD: Die werdende Elbphilharmonie
Die Beitragserhöhung für die Kita-Betreuung (taz berichtete) hat für die
SPD-Bürgerschaftsfraktion das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht:
"Es reicht jetzt. Wir haben einen Senat, der sich zur Konsolidierung seines
aus dem Ruder gelaufenen Haushalts an den Eltern vergreift", sagt
Fraktionschef Michael Neumann. "Gleichzeitig nimmt der Senat
schulterzuckend hin, dass immer mehr Steuergeld in einen offensichtlich
schlecht geplantes und schlecht kontrolliertes Projekt fließt."
Das Projekt ist die Elbphilharmonie: Mindestens 323 Millionen Euro aus
öffentlichen Kassen zahlt die Stadt dafür. Über weitere Nachforderungen des
Bauträgers Hochtief wird derzeit verhandelt. Die SPD will nun mit einem
Parlamentarischen Untersuchungsausschuss herausbekommen, "weshalb es zu
diesem Kostenfeuerwerk kommen konnte", sagt Neumann, "und wer politische
wie auch fachlich die Verantwortung trägt".
Der Ausschuss soll neben den Gründen für die Kostensteigerungen auch die
Vertragsgestaltung und das Kostencontrolling zum Thema haben. Gemäß der
Landesverfassung kann ein Viertel der Abgeordneten der Bürgerschaft einen
Parlamentarischen Untersuchungsausschuss einsetzen. Die SPD stellt zurzeit
45 der 121 Abgeordneten in der Bürgerschaft.
Beifall bekommt sie von der Linksfraktion: "Die Elbphilharmonie verlangt
einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss", sagt ihr kulturpolitischer
Sprecher, Norbert Hackbusch. "Es gab falsche Entscheidungen, politisch
gewollte Falschdarstellungen des Kostenrahmens und die dafür Schuldigen
müssen im Untersuchungsausschuss persönlich benannt werden."
Neben den Mehrkosten wird derzeit über den Eröffnungstermin der
Elbphilharmonie verhandelt: Ursprünglich hätte das Prestigeobjekt im Herbst
2010 eröffnen sollen. Der Termin wurde aber bereits auf Mai 2012
verschoben. Ende Januar kündigte Hochtief an, dass sich die Eröffnung
nochmals um bis zu einem Jahr verschieben könnte. Was sich automatisch auf
die Kosten niederschlüge. "Ich glaube nicht, dass wir bei den
Kostensteigerungen das Ende der Fahnenstange erreicht haben", sagt Neumann.
"Ich fürchte, dass wir das Ende der Fahnenstange noch gar nicht sehen."
28 Mar 2010
## AUTOREN
(DIR) Klaus Irler
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Gutachter Schlipka über Kostensprünge beim Elbphilharmonie-Bau: "Drohungen nicht so ernst nehmen"
Gutachter Franz-Josef Schlapka hält die Millionen-Nachforderungen beim Bau
der Hamburger Elbphilharmonie für weit überzogen. Die Baufirma hat ihn
deshalb verklagt. Er nimmt trotzdem nichts zurück.
(DIR) Kommentar Elphi-Untersuchungsausschuss: Der fade Beigeschmack
Den Hamburgern vergeht die immer mehr: Weil an anderen Ecken das Geld
fehlt. Und weil beim Bau nicht alles sauber abzulaufen scheint. Bei
Letzterem kann der Ausschuss abhelfen.
(DIR) Kommentar Elbphilharmonie-Hickhack: Stadt stiehlt sich davon
Die Stadt ist nicht nur verpflichtet, Hamburg einen schönen Konzertsaal zu
bauen. Sie soll, bitteschön, auch dafür sorgen, dass er finanziell im
Rahmen bleibt.
(DIR) Elbphilharmonie: Machtkampf um den Glaspalast
Die Elbphilharmonie wird teurer und später fertig. Das geht aus einem
Schreiben des Bauunternehmens Hochtief hervor. Jetzt streiten sich die
Architekten, Stadt und Bauunternehmer über Schuld, Zeit und Geld.
(DIR) Elbphilharmonie wird teurer: Glasmonster frisst 500 Millionen
Nach monatelangen Diskussionen über die Kostensprünge der Elbphilharmonie
hat Hamburgs Kultursenatorin jetzt den vorläufigen Endpreis genannt. Über
einen Ausstieg aus dem teuren Konzerthaus-Projekt denkt man aber gar nicht
erst nach.