# taz.de -- Kommentar Elbphilharmonie-Hickhack: Stadt stiehlt sich davon
> Die Stadt ist nicht nur verpflichtet, Hamburg einen schönen Konzertsaal
> zu bauen. Sie soll, bitteschön, auch dafür sorgen, dass er finanziell im
> Rahmen bleibt.
(IMG) Bild: "Schlecht kontrolliertes Projekt", findet Hamburgs SPD: Die werdende Elbphilharmonie
Jetzt geht er in die zweite Runde, der öffentliche Streit um die
Verteuerung und Verzögerung der Elbphilharmonie - ein Szenario, das die
Stadt in immer kürzeren Abständen erlebt und das die Sympathien für das
Projekt und seine Betreiber nicht vergrößert. Auch wird es für die
Öffentlichkeit immer schwerer, zu beurteilen, wer denn nun im Recht ist:
die Stadt oder Hochtief. Fest steht nur, dass alle pokern und die
Öffentlichkeit zur Bühne für eigentlich intern zu führende Machtkämpfe
machen.
Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob die Klage der Baufirma über die
Änderungswünsche des Architektenbüros Herzog & de Meuron berechtigt ist.
Und ob die Stadt hier den Architekten gegenüber endlich Rückgrat zeigen
müsste - durch einen klaren Änderungsstopp zum Beispiel. Dies wäre
originäre Aufgabe der Stadt, die - anders als Hochtief - den Vertrag mit
den Architekten schloss. Aber sie ziert sich, verweist auf die
Planungsverantwortung, die seit 2010 bei Hochtief liege.
Eine solche Haltung zeugt weder von Verantwortungsbewusstsein, noch dient
sie dem Image der Stadt. Denn die ist nicht nur verpflichtet, Hamburg einen
schönen Konzertsaal zu bauen. Sie soll, bitteschön, auch dafür sorgen, dass
er finanziell im Rahmen bleibt. Schlimmstenfalls würde die Elbphilharmonie
dann eben nur der zweitbeste Konzertsaal der Welt.
28 Jan 2010
## AUTOREN
(DIR) Petra Schellen
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