# taz.de -- Zwei Häftlinge nach Deutschland: Raus aus Guantánamo
> Ehemalige Terrorverdächtige aus Nahost kommen nach Hamburg und
> Rheinland-Pfalz. Die Bundesregierung lehnt Aufnahme eines dritten
> Häftlings ab. Immer noch 180 Gefangene im US-Lager.
(IMG) Bild: Als Gefangener verkleider Aktivist.
BERLIN dpa/taz | Deutschland nimmt zwei ehemalige Insassen des
US-Gefangenenlagers Guantánamo auf. Das sagte Bundesinnenminister Thomas de
Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin. Von den Exhäftlingen gehe nach
eingehender Prüfung der Sicherheitsbehörden mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit keine Gefahr aus. Die Männer würden von Hamburg und
Rheinland-Pfalz aufgenommen. Weitere ehemalige Gefangene aus dem US-Lager
auf Kuba werde Deutschland nicht aufnehmen.
Gegen die zwei Häftlinge liege strafrechtlich weder in den USA noch in
Deutschland noch in den Herkunftsländern etwas vor. Weitere konkrete
Angaben zu den Betroffenen machte der Minister nicht. Sie hätten nach
langer Haftzeit um einen Neustart in einem rein privaten Lebensumfeld
gebeten. Bei beiden gebe es keinen Deutschlandbezug wie etwa
Familienangehörige. De Maizière sagte, er habe die Aufnahme eines dritten
ehemaligen Häftlings abgelehnt. Die insgesamt drei Häftlinge, um die es bei
den Gesprächen mit den USA gegangen sei, stammten aus Palästina oder
Syrien.
Derzeit sitzen in dem umstrittenen Lager Guantánamo immer noch etwa 180
sogenannte Terrorverdächtige ein. Sie werden dort teilweise seit über acht
Jahren ohne Anklage festgehalten. Während der Präsidentschaft George W.
Bushs kam es zu Folterungen. US-Präsident Barack Obama hatte bei seinem
Amtsantritt angekündigt, das Lager binnen eines Jahres zu schließen - der
Termin lief im Januar 2010 ab.
Als Grund für die Verzögerung gilt auch, dass andere Staaten nur sehr
zögerlich frühere Häftlinge aufnehmen. In den letzten Monaten kamen drei
ehemalige Gefangene in der Slowakei unter. Drei reisten nach Albanien aus,
einer fand in Spanien Aufnahme, zwei kamen in die Schweiz und drei nach
Georgien.
7 Jul 2010
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