# taz.de -- Autobrandstiftung: Freispruch aufgehoben
       
       > Revision der Staatsanwaltschaft wird stattgegeben. Die bereits zweimal
       > freigesprochene Alexandra R. muss zum dritten Mal wegen angeblicher
       > Brandstiftung vor Gericht.
       
 (IMG) Bild: Ein brennender Laster in Kreuzberg im Mai 2008.
       
       Zweimal ist Alexandra R. vom Vorwurf der versuchten Autobrandstiftung
       freigesprochen worden- nun muss die 22-Jährige zum dritten Mal vor Gericht.
       Das Kammergericht hat am Montag der Revision der Staatsanwaltschaft
       stattgegeben, den Freispruch des Landgerichts aufgehoben und den Fall zur
       neuen Verhandlung an eine andere Strafkammer des Landgerichts verwiesen.
       Zur Begründung hieß es, die Beweiswürdigung des Landgerichts sei
       fehlerhaft. "Das heißt nicht, dass die Angeklagte schuldig ist", sagte
       Justizsprecher Tobias Kaehne. "Es kann sein, aber auch nicht. Alles ist
       offen."
       
       Alexandra R. war im Mai 2009 in Friedrichshain festgenommen worden, weil
       sie versucht haben soll, einen Pkw anzuzünden. Sie saß fünfeinhalb Monate
       in Untersuchungshaft, bevor im November 2009 der erste Freispruch erging.
       Das Amtsgericht begründete diesen mit "durchgreifenden Zweifeln" an der
       Täterschaft der Angeklagten. Der Hauptbelastungszeuge, ein Polizist, hatte
       im Prozess eine widersprüchliche Täterbeschreibung abgegeben. Allein aus
       der Tatsache, dass Alexandra R. zu Hause Grillanzünder aufbewahrt,
       Zeitungsartikel über Autobrandstiftungen gesammelt habe und zur linken
       Szene gehöre, dürfe ihr kein Strick gedreht werden, so das Amtsgericht
       damals. Die Richter der Berufungsinstanz hatten ihren Freispruch im Sommer
       2010 damit begründet, die Angeklagte sei Opfer einer Verwechslung geworden.
       
       Das Kammergericht sei nun der Meinung, dass die Berufungsinstanz die
       Indizien zwar einzeln betrachtet, aber versäumt habe, sie in einer
       Gesamtschau zu würdigen, sagte der Justizsprecher. Die Verteidigerin der
       Angeklagten, Martina Arndt, kann diese Argumentation nicht nachvollziehen.
       Jedes Indiz für sich sei intensivst gewürdigt worden, "eine Gesamtschau ist
       da nicht mehr erforderlich".
       
       29 Nov 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Plutonia Plarre
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Linksextremismus in Berlin: Polizei brennt darauf, Fehler zu suchen
       
       Nach erneutem Freispruch in einem Autobrandstiftungsprozess weist die
       Polizei Kritik an den Ermittlungen zurück.
       
 (DIR) Prozess wegen Autobrandstiftung: Freispruch für Alexandra R.
       
       Der Prozess gegen eine 21-Jährige Berlinerin endet mit einer Schlappe für
       die Ermittler.
       
 (DIR) Brennende Autos: Posse um angebliche Zündlerin
       
       21-Jährige wird festgenommen, freigelassen, wieder verhaftet.