# taz.de -- Kommentar Seilbahn in Hamburg: Seilbahn für alle!
       
       > Der lange propagierte Sprung über Elbe scheiterte bisher auch an einer
       > Alternative zur S-Bahn als einziger schneller Verbindung. Eine Seilbahn
       > könnte den Wilhelmsburger Westen an die Stadt anbinden.
       
 (IMG) Bild: Noch gibt es sie nicht: So stellt sich der Musicalkonzern Stage Entertainment die Seilbahn über die Elbe vor.
       
       Eine Seilbahn nach Wilhelmsburg? Nicht schlecht. Mancher würde wohl allein
       deshalb bei der Gartenschau landen. Und die kostbare Stadtsilhouette wird
       ein filigranes Seilbahn-Kabel schon nicht zerstören. Kann man machen - muss
       man aber nicht.
       
       Etwas ganz anderes wäre es, wenn die Seilbahn auch ganz reguläres
       Verkehrsmittel würde. Der vom Senat propagierte Sprung über die Elbe droht
       bislang vor allem an der schlechten Verkehrsanbindung zu scheitern.
       Wilhelmsburg liegt zwar direkt gegenüber der Innenstadt. Aber nachdem das
       Projekt einer "Living Bridge" von der Hafencity auf den Kleinen Grasbrook
       erst mal gescheitert ist, bleibt die einzige schnelle Verbindung eine
       S-Bahn, die bei vielen Unbehagen auslöst. Eine Seilbahn könnte den
       Wilhelmsburger Westen an die Stadt anbinden.
       
       Ändern müsste man dafür nicht viel: Die großen Gondeln müssten durchfahren,
       um die Umsteige-Zeit zu sparen. Und es bräuchte es einen Rabatt für
       Anwohner und Vielfahrer auf den Touristen-Fahrpreis.
       
       So würde die Seilbahn statt eines Verkehrsmittels, das Touristen den
       Kontakt zur rauen Wilhelmsburger Wirklichkeit erspart, eines, in dem sie
       Wilhelmsburgern begegnen - ganz im Sinne der Gartenschau. Dafür könnte auch
       die Stadt ein wenig Geld locker machen - oder sich zumindest bei Flächen
       und Genehmigungen flexibel zeigen.
       
       20 Mar 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jan Kahlcke
       
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