# taz.de -- Seilbahn in Hamburg: Gondeln über Wilhelmsburg
       
       > Investoren wollen St. Pauli per Seilbahn mit der Internationalen
       > Gartenschau verbinden - in 18 Minuten Fahrtzeit. Das
       > 50-Millionen-Euro-Projekt soll sich selbst tragen.
       
 (IMG) Bild: Abgekuckt: Für die Bundesgartenschau 2011 fahren schon Gondeln am Deutschen Eck in Koblenz vorbei.
       
       HAMBURG taz | Zum Glück gibt es das Seilbahngesetz. 2004 beschlossen und
       als Auswuchs des EU-Bürokratismus verspottet, könnte es jetzt ein
       spektakuläres Projekt für die Internationale Gartenbauausstellung (IGS)
       2013 in Wilhelmsburg ermöglichen. Die Musical-Firma Stage Entertainment und
       der Seilbahnbauer Doppelmayr haben vorgeschlagen, eine Gondelbahn zwischen
       St. Pauli und dem IGS-Gelände zu bauen. Hoch über Elbe und Hafen hinweg
       könnten die Besucher zur IGS und der Internationalen Bauausstellung (Iba)
       fahren.
       
       Die Seilbahn würde mit einer 30-Personen-Gondel am Bismarck-Denkmal starten
       und neben dem Musical-Zelt des "Königs der Löwen" enden. Wer weiterfahren
       möchte, müsste hier in die Zehner-Gondeln einer zweiten Seilbahn umsteigen,
       die am Reiherstieg-Knie enden würde - dem westlichen Ausläufer des
       Gartenschau-Geländes. Die 5,2 Kilometer lange Fahrt würde insgesamt 18
       Minuten dauern. Der höchste Pfeiler der Bahn, direkt südlich der Elbe, wäre
       120 Meter hoch.
       
       "Das ist eine tolle Attraktion und ein Transportmittel für die IGS", findet
       Ina Heidemann, die Sprecherin der Gartenschau. Ursprünglich sei eine
       Gondelbahn auf dem Gartenschau-Gelände angedacht gewesen. Wegen der kurzen
       Strecke sei diese aber als unattraktiv abgetan worden - ganz anders der Weg
       über die Elbe. Weil dieser an dem Musical-Zelt vorbeiführt, ließ sich die
       Stage Entertainment für die Gondelbahn begeistern.
       
       "Die Anfahrt zum Musical mit der Fähre ist für die Besucher schon Teil des
       Erlebnisses", sagt Stefan Jaekel, Sprecher von Stage Entertainment. Die
       Seilbahn würde das noch steigern - zumal der erste Fahrtabschnitt besonders
       spektakulär wäre, weil die Gondel von dem 120-Meter-Pylon steil zum
       Musical-Theater im Hafen hinabfahren würde. Über den Fahrpreis will die
       Firma wegen des frühen Planungsstadiums nichts sagen. Geplant sei das
       Projekt für Touristen, nicht für die Wilhelmsburger Pendler.
       
       Dass die Seilbahn dem geplanten Barkassenverkehr von den Landungsbrücken
       zur IGS und zur IBA Konkurrenz machen würde, verneinen Jaekel und
       Heidemann. Vielmehr könnten beide Verkehrsmittel einander ergänzen, etwa
       indem Besucher mit der Gondel zur IGS fahren und mit einer Barkasse zurück.
       "Das ist aus touristischer Sicht eine tolle Idee", sagt auch der
       Barkassen-Reeder Klaus Ehlers. Eine Konkurrenz für seine Schiffe fürchtet
       auch er nicht.
       
       Doppelmayr und Stage Entertainment schätzen die Kosten für die Seilbahn auf
       ungefähr 50 Millionen Euro. Trotzdem erwarten sie, dass sie sich rechnen
       würde. Allein 2013 erwarte die IGS 2,5 Millionen Besucher. Die Investoren
       wollen die Bahn aber länger betreiben: den Nordteil zunächst zehn Jahre
       lang, den Südabschnitt für fünf Jahre. "In dieser Zeit wollen wir die
       Investitionen wieder hereinbekommen", sagt Wolfram Auer von Doppelmayr.
       Technisch und finanziell sei das Projekt machbar.
       
       Am 26. April 2013 wird die IGS ihre Pforten öffnen. Bis dahin müsste ein
       umfangreiches Planfeststellungsverfahren abgewickelt, Grund gekauft und die
       Bahn gebaut werden - ein ehrgeiziges Programm. Die Stadtentwicklungsbehörde
       hält das Projekt für interessant, es sei aber nicht über das Stadium einer
       Idee hinaus gediehen. "Wir haben eine Stadtsilhouette, die wir bewahren
       wollen", sagt Behördensprecherin Helma Krstanoski. Zurzeit werde geprüft,
       ob sich die Gondelbahn damit vertragen würde.
       
       20 Mar 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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 (DIR) Kommentar Seilbahn in Hamburg: Seilbahn für alle!
       
       Der lange propagierte Sprung über Elbe scheiterte bisher auch an einer
       Alternative zur S-Bahn als einziger schneller Verbindung. Eine Seilbahn
       könnte den Wilhelmsburger Westen an die Stadt anbinden.