# taz.de -- Nächste Sony-Panne: Ein Skandal jagt den anderen
       
       > Sony kommt nicht zur Ruhe: Am Mittwoch musste der Konzern sein Netzwerk
       > wieder abstellen. Nun versuchten Unbekannte über einen Firmenserver an
       > Kreditkartendaten zu gelangen.
       
 (IMG) Bild: Sony bleibt nur noch der Glaube.
       
       BERLIN dpa | Es ist die dritte Datenpanne in wenigen Wochen. Am Freitag
       berichtete eine IT-Sicherheitsfirma, sie habe auf dem Sony-Server
       hdworld.sony.co.th in Thailand eine Phishing-Site entdeckt, die
       italienische Kreditkarten-Kunden ins Visier nimmt.
       
       "Im Kern heißt es, dass Sony erneut gehackt wurde, auch wenn in diesem Fall
       der Server vermutlich nicht sehr bedeutend ist", schrieb Mikko Hypponen von
       der Antiviren-Firma F-Secure am Freitag in einem [1][Blogeintrag]. Die
       Firma habe Sony informiert. Der Konzern ist momentan jedoch mit anderen
       Problemen beschäftigt.
       
       Erst am Mittwoch musste Sony den Neustart seiner Online-Dienste nach dem
       [2][riesigen Datendiebstahl] abbremsen. Denn beim Neustart wurde nach dem
       riesigen Datendiebstahl eine neue Sicherheitslücke entdeckt. Sony musste
       deswegen die Website, auf der Kunden ihre Passwörter ändern sollen,
       zeitweise vom Netz nehmen.
       
       Über die Sicherheitslücke hatte zunächst am Mittwoch das Spiele-Blog
       "Nyleveia" [3][berichtet], das auch Sony informierte. Demnach konnten
       Hacker dank der Schwachstelle fremde Passwörter ändern und damit
       Kundenkonten kapern. Dafür waren nur die E-Mail-Adresse und das
       Geburtsdatum des Nutzers erforderlich, wie ein Testlauf des Blogs bewies.
       Diese Informationen hätten die Angreifer bei dem riesigen Datendiebstahl
       vor einem Monat erbeuten können.
       
       ## Schmerzhaft für Sony
       
       Sony hatte erst am Wochenende damit begonnen, seine Online-Dienste wieder
       freizuschalten, nachdem unbekannte Hacker vor einem Monat Zugriff auf mehr
       als 100 Millionen Kunden-Datensätze bekommen hatten. Die Änderung der
       Passwörter ist nach dem Datenklau für alle Kunden des Playstation Network
       für Konsolenspieler und des Film- und Musikdienstes Qriocity Pflicht. Wegen
       des Ansturms der Nutzer lief der Prozess schon zum Wochenanfang teilweise
       zäh.
       
       Die neue Lücke ist besonders schmerzhaft für Sony - der Konzern hatte stets
       betont, dass die Sicherheitssysteme zum Neustart drastisch verbessert
       worden seien. Erst Anfang der Woche hatte der zuständige Sony-Manager Kazuo
       Hirai versichert: "Wir haben alles Mögliche und Vernünftige getan, um
       sicherzugehen, dass das System vor einem Angriff geschützt ist."
       
       Im Gegensatz zu einigen Berichten habe es bei den Problemen mit der
       Passwort-Website keine neue Attacke gegeben, teilte Sony in einem
       [4][Blogeintrag] am Mittwochabend mit. Im Heimatmarkt Japan lässt sich der
       Konzern mit dem Neustart zunächst Zeit, weil die Behörden mehr über die
       Sicherheitsmaßnahmen erfahren wollen.
       
       Bei Playstation Network und Qriocity sind weltweit 77 Millionen
       Nutzerkonten registriert, davon 32 Millionen in Europa. Zudem waren die
       Hacker in Datenbestände des Computerspiele-Netzwerks von Sony Online
       Entertainment mit 24 Millionen Mitgliedern eingedrungen.
       
       20 May 2011
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.f-secure.com/weblog/
 (DIR) [2] /1/netz/netzgeraete/artikel/1/daten-von-millionen-spielern-gestohlen/
 (DIR) [3] http://sony.nyleveia.com/2011/05/17/warning-all-psn-users-your-accounts-are-still-not-safe/
 (DIR) [4] http://blog.de.playstation.com/2011/05/18/update-zum-psn-passwort-reset-prozess/
       
       ## TAGS
       
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