# taz.de -- Expertin über Rentenvorsorge: "Frauen sollten genau rechnen"
       
       > Eine Expertin rät Müttern, die wegen der Kinder zu Hause bleiben, zu
       > einer eigenen privaten Rentenversicherung. Auf ihren Partner sollten sie
       > lieber nicht setzen.
       
 (IMG) Bild: Gerade Frauen mit Kinderwunsch sollten früh mit der privaten Vorsorge beginnen.
       
       taz: Frau Mücke, eine neue Studie hat herausgefunden, dass selbst
       erwerbstätige Frauen später in der Altersarmut landen können. Wie kann das
       sein? 
       
       Annette Mücke: Eine Ursache ist nach wie vor, dass viele Frauen für die
       Kindererziehung längere Zeit ihren Job aufgeben. Darüber vergessen sie
       leider ihre eigene finanzielle Absicherung und setzen darauf, dass die
       Kinderzeiten in der Rente angerechnet werden.
       
       Es trifft aber auch Frauen, die nicht zu Hause bleiben. 
       
       Auch Frauen, die in Minijobs oder zu geringen Löhnen arbeiten, haben starke
       Renteneinbußen. Ihre Rente reicht im Alter nicht aus. Das wissen viele
       Frauen aber nicht. Sie vertrauen auf ihren Partner, ohne klare Absprachen
       getroffen zu haben.
       
       Was meinen Sie damit? 
       
       Viele Frauen tun sich schwer damit, ihre Erziehungsleistung selbstbewusst
       gegenüber ihrem Partner durchzusetzen. Hier rate ich zu einer
       gleichberechtigten Aufteilung von Familienpflichten und -einkommen.
       
       Viele junge Männer kümmern sich doch um die Erziehung. 
       
       Ja. Aber die wenigsten Väter nehmen überhaupt und wenn, dann nur sehr kurze
       Elternzeiten in Anspruch.
       
       Wie sähe denn eine gleichberechtigte Aufteilung aus? 
       
       Ein Patentrezept gibt es nicht. Wichtig aber wäre, einen Teil des
       Familieneinkommens für die Altersvorsorge der Frau zurückzulegen. Ist das
       nicht möglich, sollten Frauen nach der Babypause so schnell wie möglich
       wieder in den Job zurückkehren.
       
       Manche Frauen wollen das aber nicht. 
       
       Dann sollten sie genau abwägen und sich ausrechnen, ob das sinnvoll ist.
       Und sie sollten jede Renteninformation genau lesen. Manche Frauen legen
       diese Briefe einfach zur Seite. Dann werden Fehlzeiten nicht korrigiert und
       die Folgen aus der Rentenmitteilung nicht richtig eingeschätzt.
       
       Raten Sie Frauen zur Vollzeit? 
       
       Nicht unbedingt, die Zeit mit Kindern ist wertvoll.
       
       Welche Summen sollte man denn für die private Altersvorsorge anpeilen? 
       
       Ein höherer dreistelliger Betrag sollte es schon sein. Aber auch jeder
       kleinere Beitrag ist besser als gar keiner. Je früher Frauen mit ihrer
       Absicherung beginnen, umso kleiner sind die Beträge, die sie aufwenden
       müssen.
       
       Manche Familie kann aber nicht einmal einen klitzekleinen Betrag abknapsen. 
       
       Dann geht es nicht ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
       
       25 Jan 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schmollack
       
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