# taz.de -- Unbemannte Fluggeräte für die Bundeswehr: Drohnen helfen Personal sparen
       
       > Die Regierung will möglicherweise bewaffnete Drohnen kaufen. Die Grünen
       > kritisieren, damit könnte die Hemmschwelle für tödliche Einsätze sinken.
       
 (IMG) Bild: Anschaffung nicht ausgeschlossen: eine unbemannte Drohne.
       
       BERLIN taz | Die Bundesregierung hält sich die Anschaffung bewaffneter
       Drohnen ausdrücklich offen. Aktuell gebe es zwar „keine konkreten
       Planungen“, erklärt die Regierung in der Antwort auf eine Grünen-Anfrage.
       Das könne „in der Zukunft“ anders sein: „Die weltweite technische
       Entwicklung wird aufmerksam beobachtet.“
       
       Nicht zuletzt um die Struktur der Bundeswehr „demografiefest“ zu gestalten,
       seien Drohnen im gesamten Einsatzspektrum sinnvoll: Sie reduzierten
       „Bindungen von Personal und dessen Gefährdung“.
       
       Gleichzeitig aber findet die Regierung, dass die neuen unbemannten
       Fluggeräte auch neue Anforderungen an die Rüstungskontrolle stellen: Nötig
       sei, solche Waffensysteme „in künftige Verhandlungen zu einem
       modernisierten konventionellen Rüstungskontrollregime einzubeziehen“, heißt
       es. Deutschland werde deshalb „eine Diskussion“ mit den Teilnehmern der
       internationalen Rüstungskontrollverträge führen. Hierzu zählen etwa das
       UN-Waffenregister sowie das Wiener Dokument der OSZE, worin die Drohnen
       noch nicht erfasst sind.
       
       Der grünen Rüstungspolitikerin Agnieszka Brugger reicht das nicht. Die
       Regierung beweise zu wenig Sensibilität dafür, was der Einsatz von Drohnen
       etwa in Afghanistan und Pakistan zuletzt für Auswirkungen auf die
       Kriegführung gehabt habe, erklärt Brugger: „Es gibt Hinweise darauf, das
       die Hemmschwelle zu tödlichen Einsätzen sinkt.“
       
       Die Bundeswehr verfügt derzeit über eine Reihe von Aufklärungsdrohnen,
       „fliegenden Kameras“. Im Verantwortungsbereich der Bundeswehr in
       Afghanistan werden jedoch US-Drohnen mit „Hellfire“-Raketen verwendet. So
       werde, sagte Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU) kürzlich
       im Bundestag, „gerade die Gefährdung unbeteiligter Zivilisten minimiert.“
       
       18 Apr 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ulrike Winkelmann
       
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