# taz.de -- Besetzter Fernsehsender in Griechenland: Und sie senden weiter
       
       > Das Finanzministerium hat die Besetzer aufgefordert, den Staatssender ERT
       > zu verlassen. Doch die denken bisher nicht daran.
       
 (IMG) Bild: Piratensendung aus dem Staatsfunk: Kontrollraum des ERT am 18.06.
       
       ATHEN taz /dpa | Sie wollen nicht weichen. Trotz der Aufforderung, die
       Zentrale des griechischen Staatssenders ERT in Athen zu räumen, wollen die
       Besetzer weiter machen. Am Freitag hatte das griechische Finanzministerium
       die Beschäftigten des Rundfunks und ihre Unterstützer dazu aufgefordert,
       die ERT-Zentral zu verlassen. Nur so könne die Übergangslösung in die Tat
       umgesetzt werden, ein Notprogramm bis zur Bildung eines neuen kompakteren
       und effektiveren Senders auszustrahlen, hieß es.
       
       Laut Medienberichten will die Regierung rund 2.000 der 2.700 Beschäftigten
       mit Zeitverträgen so lange beschäftigten, bis im Spätsommer eine
       Nachfolgeanstalt für ERT aufgebaut ist.
       
       Doch die Journalistengewerkschaft Pospert erteilte der Aufforderung eine
       Absage und die Beschäftigten senden weiterhin ihr Piratenliveprogramm über
       diverse Internetseiten, darunter die [1][der Europäischen Rundfunkunion].
       Das offizielle Sendesignal ist bisher – trotz einer gegenteiligen
       Entscheidung des obersten griechischen Verwaltungsgerichts vom vergangenen
       Montag – bisher nicht wieder hergestellt. Für diesen Sonntagabend war in
       Athen erneut zu einer Solidaritätsdemonstration mit den ERT-Beschäftigten
       aufgerufen.
       
       Die Besetzung läuft bereits seit der Nacht vom 11. auf den 12. Juni. Sie
       ist eine Reaktion auf die überraschend per Noterlass verfügte Schließung
       des griechischen Staatssenders, die Ministerpräsident Samaras von der
       konservativen Nea Dimokratia (ND) verfügt hatte ohne seine
       Koalitionsparteien, Pasok und Dimar, einzuweihen.
       
       Die Dimar, der kleinste Koalitionspartner, war deswegen am Freitag nach
       drei Krisengesprächen aus der Regierung ausgeschieden. Nun besitzen die ND
       und die Pasok im Parlament noch eine dünne Mehrheit von 153 der insgesamt
       300 Sitze. Eine Kabinettsumbildung soll nun bis spätestens Mittwoch
       erfolgen.
       
       23 Jun 2013
       
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