# taz.de -- Energiepolitik in Deutschland: Die Klientel kommt vor dem Klima
       
       > Der milliardenschwere Steuerbonus für Gebäudedämmung ist vorerst
       > gestoppt. Die CSU sperrt sich gegen die erschwerte Absetzbarkeit der
       > Handwerkerleistungen.
       
 (IMG) Bild: Bevor die Handwerker ihr auf's Dach steigen, kuscht die CSU.
       
       BERLIN dpa | Überraschend ist der eigentlich von Bund und Ländern schon
       beschlossene milliardenschwere Steuerbonus für das Dämmen von Gebäuden
       vorerst gestoppt worden. „Über eine steuerliche Förderung der energetischen
       Gebäudesanierung konnte im Koalitionsausschuss keine Einigung erzielt
       werden“, heißt es in einem Brief von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann an
       die Mitglieder seiner Fraktion. Das Schreiben liegt der Deutschen
       Presse-Agentur vor. Darin informiert Oppermann auch über dieses bisher
       nicht bekannte Detail des Koalitionstreffens vom Dienstag.
       
       Damit bleibt es für die Bürger vorerst auch bei den geltenden steuerlichen
       Absetzbarkeitsregeln für Handwerkerleistungen. Im Dezember hatten sich die
       Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mehrheitlich auf das
       Vorhaben verständigt, das seit Jahren angestrebt wird. Ziel ist es, das
       Energiesparen durch den steuerlich begünstigten Austausch von Fenstern und
       alten Heizkesseln sowie durch eine bessere Dämmung voranzubringen.
       
       Der Kompromiss sah vor, dass Hausbesitzer einen Teil ihrer Kosten von der
       Steuer absetzen können. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)
       sperrte sich jedoch zuletzt dagegen, dass im Gegenzug der Handwerkerbonus
       abgeschmolzen werden soll. Es sollten hier nur noch Leistungen oberhalb von
       300 Euro von der Steuerschuld abziehbar sein. Der neue
       Gebäudesanierungs-Bonus sollte Bund und Länder etwa eine Milliarde Euro pro
       Jahr kosten.
       
       Gebäudebesitzer sollten eigentlich rückwirkend ab Januar 10 bis 25 Prozent
       ihrer Sanierungskosten von der Steuerlast abziehen können. Merkel hatte
       mehrfach die Bedeutung unterstrichen. Oppermann betont in dem Schreiben,
       das Wirtschaftsministerium prüfe nun alternativ, Zuschussprogramme der
       KfW-Bank zu erhöhen.
       
       26 Feb 2015
       
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