# taz.de -- Demokratie-Kongress im Kongo: Angebliche „Terroristen“ wieder frei
       
       > Die verhafteten Demokratieaktivisten wurden im Kongo zu unerwünschten
       > Personen erklärt und nach Senegal und Burkina Faso abgeschoben.
       
 (IMG) Bild: Der Präsident auf voller Fahrt voraus: Wird er eine dritte Amtszeit bekommen?
       
       BERLIN taz | Die Aktivisten von Demokratiebewegungen aus Senegal und
       Burkina Faso, die am Sonntagabend in Kongos Hauptstadt Kinshasa bei einem
       Treffen mit kongolesischen Jugendgruppen festgenommen worden waren, sind
       wieder frei. Fadel Barro, Aliou Sané und Almamy Talla von der
       senegalesischen Gruppe „Y’en a marre“ (Es reicht) sowie Sibri Ouédraogo von
       „Balai Citoyen“ (Bürgerbesen) aus Burkina Faso wurden am Mittwochabend zu
       unerwünschten Personen erklärt und in ein Flugzeug nach Brüssel gesetzt,
       von wo aus sie am Donnerstag ihre Heimatländer erreichten. Zehn mit ihnen
       verhaftete Kongolesen kamen ebenfalls frei, weitere werden nach wie vor
       festgehalten.
       
       Kongos Präsident Joseph Kabila habe auf „persönlichen Wunsch“ seines
       senegalesischen Amtskollegen Macky Sall entschieden, die Verfahren gegen
       die Aktivisten einzustellen und sie auszuweisen, erklärte
       Regierungssprecher Lambert Mende. Er hatte zuvor die Westafrikaner
       beschuldigt, einen bewaffneten Umsturz im Kongo vorzubereiten, und
       regierungstreue Zeitungen in Kinshasa hatten sie „Terroristen“ und
       „Söldner“ genannt. Auf einer Pressekonferenz hatte Mende gesagt, sie hätten
       „Coaching für eine vom Ausland inspirierte subversive Bewegung“ betrieben.
       
       Eine „schwarze Hand“ versuche seit Jahresanfang, den Kongo zu
       destabilisieren, und nach dem Scheitern der „ersten Phase“ – Proteste gegen
       eine mögliche Wahlverschiebung, die im Januar mit mehreren Dutzend Toten
       niedergeschlagen worden waren – seien nun „ausländische Ausbilder für
       gewaltsame Aufstände“ für 100.000 US-Dollar rekrutiert worden. Man habe in
       ihrem Gepäck beispielsweise ein Buch über Dschihadismus gefunden. All diese
       Äußerungen sorgten in Senegal und Burkina Faso, wo die jeweiligen Gruppen
       als wichtige zivilgesellschaftliche Kräfte respektiert sind, aber auch im
       Kongo selbst für Irritationen.
       
       Oppositionelle im Kongo verdächtigen Präsident Kabila, bei den Wahlen 2016
       für eine in der Verfassung nicht vorgesehene dritte gewählte Amtszeit
       antreten zu wollen. „Y’en a marre“ und „Balai citoyen“ hatten in Senegal
       und in Burkina Faso dazu beigetragen, entsprechende Pläne zu durchkreuzen.
       Am Mittwoch setzte Senegals Präsident Sall für 2016 ein
       Verfassungsreferendum an, um die Amtszeit des Präsidenten von sieben auf
       fünf Jahre zu verkürzen, ohne an der Beschränkung auf zwei Amtszeiten zu
       rütteln.
       
       19 Mar 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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