# taz.de -- Datenschutz bei Facebook: Verbraucherschützer wollen klagen
       
       > Klarnamenpflicht, Auswertung von Nutzerdaten, automatische
       > Voreinstellungen – so geht's nicht, sagen Verbraucherschützer. Und ziehen
       > vor Gericht.
       
 (IMG) Bild: Will eigentlich alles vom Nutzer wissen: Facebook.
       
       BERLIN dpa | Im Streit um die Nutzungsregeln von Facebook haben sich
       deutsche Verbraucherschützer zu einer Klage gegen das weltgrößte
       Online-Netzwerk entschlossen. Facebook habe die geforderte
       Unterlassungserklärung nicht abgegeben, erklärte eine Sprecherin von
       Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). „Der VZBV wird die Angelegenheit
       gerichtlich klären lassen und prüft derzeit den Umfang der Klageerhebung.“
       Der Verband macht keine Angaben dazu, wie lange das dauern wird.
       
       Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) begrüßte die Pläne: „Es ist gut,
       dass die Datenschutzbestimmungen von Facebook jetzt gerichtlich überprüft
       werden.“ Der VZBV greife berechtigte Kritikpunkte auf.
       
       Die Verbraucherschützer hatten Facebook bereits Ende Februar wegen 19
       Klauseln in den Datenschutz- und Nutzungsregeln abgemahnt, die sie für
       unzulässig halten. Facebook bekräftigte am Mittwoch zunächst die damalige
       Reaktion: Das Unternehmen sei sich sicher, dass die seit Ende Januar
       geltenden neuen Nutzungsbedingungen den Gesetzen entsprächen.
       
       Der Verband kritisiert insbesondere die Auswertung von Nutzerdaten zur
       Verknüpfung mit Werbung. Nach deutschem Recht dürften Unternehmen
       persönliche Daten nur verwerten, wenn die Nutzer dem zustimmen. Diese
       Einwilligung fehle bei Facebook.
       
       Zudem bemängeln die Verbraucherschützer die Klarnamenpflicht sowie diverse
       Voreinstellungen, die von den Nutzern erst rückgängig gemacht werden
       müssten. So sehen sie ein Problem darin, dass das Auffinden durch
       Suchmaschinen wie Google bereits voreingestellt ist - genauso wie der Kreis
       der Nutzer, die Beiträge eines neuen Mitglieds sehen können.
       
       „Wenn Facebook unser Surfverhalten im Netz umfassend auswertet, ist eine
       Beeinflussung leicht möglich“, warnte Minister Maas. Ein Facebook-Nutzer
       sollte auch einzelnen Teilen der Datennutzung widersprechen können -
       „anstatt nach dem Motto 'Alles oder nichts' allein die Option zu haben,
       sich ganz aus Facebook abzumelden“. Der Fall zeige, das ein einheitliches
       hohes Datenschutzniveau in ganz Europa gebraucht werde.
       
       Facebook verwies auf die irische Datenschutzbehörde, mit der man regelmäßig
       über Nutzungsbedingungen spreche. Facebook führt seine Geschäfte in Europa
       von Irland aus, daher sind die dortigen Datenschützer für das Unternehmen
       zuständig. Allerdings haben die Verbraucherzentralen in Deutschland bereits
       US-Unternehmen wie Google, Microsoft und Apple rechtlich zu Änderungen in
       den Allgemeinen Geschäftsbedingungen gezwungen.
       
       6 May 2015
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Verbraucherschutz
 (DIR) Datenschutz
 (DIR) Schwerpunkt Meta
 (DIR) Schwerpunkt Meta
 (DIR) Schwerpunkt Meta
 (DIR) Schwerpunkt Meta
 (DIR) Online-Shopping
 (DIR) Mark Zuckerberg
 (DIR) Lobbyismus
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Facebook-Like-Button auf Webseiten: Liken ist zustimmungspflichtig
       
       Das Landgericht Düsseldorf gibt der Verbraucherzentrale NRW weitgehend
       recht. Unternehmen müssen User über die Datenweitergabe an Facebook
       aufklären.
       
 (DIR) EuGH-Gutachten zu Facebook-Daten: US-Server sind kein „sicherer Hafen“
       
       Etappensieg für Datenschutz-Aktivisten: Die Daten von EU-Bürgern sind laut
       Europäischem Gerichtshof angesichts des NSA-Skandals nicht angemessen
       geschützt.
       
 (DIR) Digitalwirtschaft auf der re:publica: Die Freiheit, mehr einzukaufen
       
       Innovative Wirtschaftsförderung? Fehlanzeige. EU-Kommissar Oettinger stellt
       seine Vision eines digitalen Europas vor und erntet dafür Kritik.
       
 (DIR) Aktivisten in Indien gegen Facebook: „Lieber Mark Zuckerberg...“
       
       Eine Milliarde Menschen in Indien sind offline. Potenzial für Facebook.
       Doch Netzaktivisten fordern Netzneutralität – und werden gehört.
       
 (DIR) re:publica-Kongress zu Netzpolitik: Geändert hat sich nie etwas
       
       Am Montag startet die dreitägige Digitalkonferenz re:publica in der
       Berliner Station. In diesem Jahr will sie Europa finden. Na dann, viel
       Glück.