# taz.de -- Griechische Partei Goldene Morgenröte: Handgemenge bei Prozess
       
       > Die Verhandlung gegen die rechtsextreme Partei Goldene Morgenröte wurde
       > von Autonomen gestört. Die Verteidiger fordern nun einen neuen
       > Verhandlungsort.
       
 (IMG) Bild: Vor dem Gefängnis Korydallos: Hier findet der Prozess gegen die rechte Partei Goldene Morgenröte statt.
       
       ATHEN ap/dpa | Im Prozess gegen führende Mitglieder der rechtsextremen
       griechischen Partei Goldene Morgenröte haben die Verteidiger aus
       Sicherheitsgründen einen anderen Verhandlungsort gefordert. Ihre Mandanten
       seien im Gerichtssaal des Gefängnisses Korydallos von mutmaßlichen
       Mitgliedern einer linksgerichteten Gruppe bedroht worden, argumentierten
       die Anwälte am Freitag. Zu den 69 Angeklagten gehört auch Parteichef Nikos
       Michaloliakos. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung und
       Gewalt gegen Einwanderer vorgeworfen.
       
       Anlass für den Protest der Anwälte war ein Handgemenge, das Mitglieder der
       linksextremen Gruppe Verschwörung der Feuerzellen ausgelöst hatten.
       „Faschisten, ihr werdet erhängt“, riefen nach Augenzeugenberichten die
       Autonomen, die trotz der starken Sicherheitsmaßnahmen aus einer Seitentür
       für wenige Minuten in den Gerichtssaal eindrangen. Der Prozess wurde
       kurzzeitig unterbrochen, die Störer wurden von der Polizei abgeführt.
       
       Hintergrund des Prozesses gegen die Goldene Morgenröte sind rassistische
       Übergriffe auf dunkelhäutige Einwanderer in Athen seit 2010. Nach Angaben
       von Opfern haben sich die Angreifer häufig als Anhänger der Goldenen
       Morgenröte zu erkennen gegeben. Die Partei bestreitet eine Verwicklung und
       spricht von einer politischen Verschwörung ihrer Gegner.
       
       Die in den 1980er Jahren gegründete, einst kleine Neonazipartei ist im Zuge
       der Finanzkrise zur drittstärksten politischen Kraft in Griechenland
       aufgestiegen. Bei der Parlamentswahl im Januar erzielte sie 6,3 Prozent der
       Stimmen, obwohl sie von staatlicher Wahlkampffinanzierung abgeschnitten
       war.
       
       15 May 2015
       
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