# taz.de -- Taliban-Gefechte in Afghanistan: Kämpfe um Flughafen in Kandahar
       
       > Taliban-Kämpfer haben zwei Familien als Geiseln genommen. Bei Kämpfen mit
       > Regierungstruppen wurden mindestens 37 Menschen getötet.
       
 (IMG) Bild: Afghanische Soldaten sichern das Flughafengelände.
       
       Kandahar/Kabul dpa/afp | Afghanische Regierungstruppen haben sich am
       Mittwoch weiter Gefechte mit verschanzten Taliban-Kämpfern am Flughafen von
       Kandahar geliefert. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, starben
       mindestens 37 Menschen, 35 weitere Menschen verletzt. Neun der Angreifer
       seien getötet worden, einer sei verletzt, und einer leiste den
       Sicherheitskräften noch Widerstand.
       
       Weiterhin hielten die Extremisten Geiseln auf dem Flughafengelände.
       „Mindestens zwei Familien sind noch in Gefahr“, sagte Oberst Mohammad
       Mohsin Sultani, der sich am Flughafen aufhielt. Die Taliban hätten die
       Geiseln in einer Wohnanlage für Armeeangehörige und deren Familien auf dem
       Flughafengelände genommen.
       
       Taliban-Sprecher Kari Jusuf Ahmadi teilte über Twitter ebenfalls mit, die
       Gefechte dauerten an. „Eine Anzahl Selbstmordattentäter ist in den
       Flughafen Kandahar eingedrungen.“ Die Extremisten hätten zahlreiche
       Soldaten getötet und mehrere Militärflugzeuge zerstört. Die Regierung der
       Provinz Kandahar hatte am Dienstagabend verfrüht mitgeteilt, alle Angreifer
       seien getötet worden.
       
       ## In Westafghanistan kämpfen Taliban gegen Taliban
       
       Bei schweren Gefechten zwischen zwei rivalisierenden Talibangruppen sind in
       Westafghanistan mindestens 100 Kämpfer ums Leben gekommen. Bei der seit
       drei Tagen andauernden Gewalt im Schindand-Distrikt der Provinz Herat seien
       allein am Mittwoch mindestens 74 Islamisten gestorben, sagte der Sprecher
       der Polizei, Abdul Rauf Ahmadi, der Deutschen Presse-Agentur. 27 weitere
       Taliban seien bei den Kämpfen im Dorf Zerko verwundet worden. Beide Gruppen
       hätten auch Gefangene genommen. Viele Anwohner seien geflohen.
       
       Eine der Gruppen ist nach Medienberichten loyal zu Talibananführer Mullah
       Mansur, die andere zu einem seiner Gegner, Mullah Rassul. In der
       vergangenen Woche hatte es Berichte gegeben, wonach Mullah Mansur bei einer
       internen Schießerei schwer verletzt worden sei. Eine Bestätigung dafür gab
       es jedoch nicht. Unter den Taliban waren Machtkämpfe ausgebrochen, nachdem
       Mullah Mansur im vergangenen Sommer die Nachfolge des langjährigen
       Talibanchefs Mullah Omar angetreten hatte. Mehrere Fraktionen spalteten
       sich daraufhin ab.
       
       9 Dec 2015
       
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