# taz.de -- Suchmaschine mit Rekordgewinn: Google schwimmt im Geld
       
       > Der Umsatz von Google beträgt über 50 Milliarden US-Dollar. 95 Prozent
       > des Gewinns stammen aus der Werbung. Der Mobilmarkt verstärkt dabei zwei
       > Trends.
       
 (IMG) Bild: Google rockt die Welt – und macht dabei richtig Kohle.
       
       MOUNTAIN VIEW/BERLIN dapd | Erstmals hat der Suchmaschinenkonzern Google im
       vergangenen Jahr die Marke von 50 Milliarden Dollar beim Umsatz übertroffen
       und dabei einen Gewinn von 10,7 Milliarden Dollar (acht Milliarden Euro)
       eingefahren. 95 Prozent seiner Erlöse machte das Unternehmen dabei mit
       Werbung, wie Google bei der Vorlage seines Quartals- und Jahresergebnisses
       nach US-Börsenschluss am späten Dienstagabend mitteilte.
       
       Die Anleger reagierten erfreut auf die Nachricht, zumal die Zahlen die
       Erwartungen übertrafen: Direkt nach der Meldung legte die Google-Aktie im
       späten Handel knapp fünf Prozent zu. Dabei laufen Googles Geschäfte
       keineswegs reibungslos. Vor allem der im vergangenen Jahr übernommene
       Handyhersteller Motorola Mobility steckt tief in den roten Zahlen. Allein
       im vierten Quartal verlor der Branchenpionier bei einem Umsatz von 1,5
       Milliarden Dollar im operativen Geschäft 353 Millionen Dollar.
       
       Im Vergleich mit Googles Kerngeschäft im Internet erscheinen diese Beträge
       derweil verhältnismäßig klein: Allein mit Werbung machte der Konzern aus
       dem kalifornischen Mountain View im abgelaufenen Jahr knapp 43,7 Milliarden
       Dollar Umsatz – 12,1 Milliarden davon im vierten Quartal und damit fast ein
       Fünftel mehr als im Schlussvierteljahr 2011.
       
       Allerdings ist gerade im so wichtigen Werbegeschäft nicht alles eitel
       Sonnenschein bei Google. Wie beim Rivalen Facebook leiden die Erlöse unter
       der zunehmenden Nutzung mobiler Endgeräte wie Smartphones und
       Tablet-Computer: Auf den kleinen Bildschirmen lassen sich schlicht weniger
       bezahlte Links oder andere Werbung anzeigen. Dafür wollen Werbetreibende
       nicht so viel Geld bezahlen, wie für Annoncen auf großen Mattscheiben – was
       die Preise drückt.
       
       Beobachter schätzen, dass bereits ein Viertel aller Suchanfragen bei Google
       von solchen Mobilgeräten aus eingeht. Analysten werteten es jedoch als
       positiv, dass Googles durchschnittlicher Werbepreis im vierten Quartal auf
       Jahressicht nur um sechs Prozent fiel – so wenig wie seit Beginn der
       Wirtschaftskrise nicht mehr. Zudem profitiert Google vom Wachstum der
       Werbeumsätze auf seiner Video-Plattform Youtube und anderen grafischen
       Anzeigenformen.
       
       ## „Endlose Chancen“
       
       Entsprechend optimistisch zeigte sich Konzernchef und -gründer Larry Page
       bei der Vorlage der Zahlen: Wiederholt betonte er, dass Google geradezu vom
       Wachstum des Mobil-Marktes profitieren müsse, weil die Technik neue Wege
       öffne, auf denen Werbetreibende ihre Kunden erreichen könnten. „Die Chancen
       sind endlos“, sagte Page.
       
       Und Google ist einer der mächtigsten Spieler, wenn es darum geht, diese
       Chancen zu schaffen: Mit seinem Android-Betriebssystem für Smartphones und
       Tablets ist der Konzern klarer Marktführer. Auf mehr als 500 Millionen
       Geräten weltweit läuft die Software, Apple mit seiner iOS-Plattform kommt
       dagegen auf etwa 370 Millionen Geräte.
       
       23 Jan 2013
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Google
 (DIR) Werbung
 (DIR) Motorola
 (DIR) Suchmaschine
 (DIR) Start-ups
 (DIR) Google
 (DIR) Google
 (DIR) Google
 (DIR) Suchergebnisse
 (DIR) Online-Petition
 (DIR) Social Media
 (DIR) Schwerpunkt Meta
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Der Kauf von Start-ups: Frischzellenkur für Großkonzerne
       
       Wenn große Unternehmen kleine Start-ups schlucken, geht es ihnen nicht nur
       um neue Ideen. Sondern immer auch um Daten – und um Geld.
       
 (DIR) Wettbewerbsprüfung der EU: Android unter Beschuss
       
       Googles Betriebssystem Android ist Marktführer bei Smartphones. Mehrere
       Konkurrenten, darunter Microsoft und Nokia, haben bei der EU nun Beschwerde
       eingereicht.
       
 (DIR) Medientheoretiker über Filter Bubbles: „Was ich nicht finde, fehlt mir nicht“
       
       Jeder Nutzer bekommt bei Google personalisierte Treffer angezeigt. Der
       Medientheoretiker Felix Stalder fragt sich, woher das Unternehmen weiß, was
       das Beste für einen ist.
       
 (DIR) Wegen unlauteren Geschäftspraktiken: Google macht Zugeständnisse
       
       Die EU-Kommission verdächtigt Google, bei Suchergebnissen eigene Dienste
       zuerst zu zeigen. Nun kommen sich Brüssel und der US-Konzern näher.
       
 (DIR) Diskussion um Netzneutralität: Googles neue Orangenhaut
       
       Ein französischer Mobilfunkprovider wird vom US-Konzern für den
       Datenverkehr in seinem Netz entschädigt. Das ist eine klarer Verstoß gegen
       die Netzneutralität.
       
 (DIR) Französische Verlage gegen Google: Keine Suchergebnisse
       
       Frankreichs Verlage wollen mehr als 50 Millionen Euro von Google.
       Staatspräsident François Hollande droht sogar mit einer „Google-Steuer“.
       
 (DIR) Google entfernt rassistische Apps: Statement gegen Stereotype
       
       Protest wirkt: Google hat als rassistisch kritisierte Foto-Apps aus seinem
       Play-Store entfernt. Damit wurde die Forderung einer Online-Petition laut.
       
 (DIR) Social-Media-Dienst Klout: Ah, ich bin eine 34
       
       Klout vergibt 0 bis 100 Punkte dafür, wie aktiv man in sozialen Netzwerken
       ist. Der virtuelle Gästelistenplatz kann sogar bei der Jobsuche helfen.
       
 (DIR) Kommentar Facebooks Suchmaschine: Ein Netzwerk macht die Welt
       
       Die Idee hinter der Facebook-Suche: Was nicht passt, wird ausgeblendet,
       Informationen werden personalisiert – und das bringt Geld. Die Risiken
       tragen die User.