# taz.de -- Sparprogramm der Bahn: Schluss mit Coworking
       
       > Die Bahn macht die mietbaren Arbeitsplätze dicht, die sie bisher an
       > größeren Bahnhöfen angeboten hat. Die Nachfrage sei zu gering.
       
 (IMG) Bild: Mietbare Büroarbeitsplätze waren ursprünglich für Pendler oder Geschäftsreisende gedacht, die dort hätten arbeiten können
       
       Berlin dpa | Die Bahnhöfe der [1][Deutschen Bahn] sollen künftig wieder vor
       allem eins sein: Bahnhöfe. Der bundeseigene Konzern schließt deshalb die
       sogenannten Coworking-Standorte, die er seit 2020 an mehreren größeren
       Stationen anbot, wie eine Sprecherin mitteilte. „Die Nachfrage nach
       zusätzlichen mobilen Arbeitsplätzen und Meetingräumen am Bahnhof blieb
       unter den Erwartungen“, hieß es. Das sei vor allem auf sich veränderte
       Arbeitsmodelle seit der [2][Coronapandemie] zurückzuführen.
       
       Geschlossen würden deshalb nun die mietbaren Büroarbeitsplätze an den
       Hauptbahnhöfen in Berlin, Hannover und Mannheim sowie in der
       Bahnhofsumgebung in Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt, Hamburg, München-Ost
       sowie Kassel-Wilhelmshöhe. Gedacht waren sie ursprünglich für Pendler oder
       Geschäftsreisende, die während längerer Wartezeiten dort hätten arbeiten
       können. Der erste Standort öffnete Ende August 2020 am Berliner
       Hauptbahnhof.
       
       Doch zu selten wurden sie genutzt. Es seien jährlich operative Verluste im
       sechsstelligen Bereich angefallen, teilte die Bahn weiter mit. Im Rahmen
       des laufenden [3][Spar- und Sanierungsprogramms „S3“] trennt sich der
       wirtschaftlich angeschlagene Konzern deshalb von schlecht laufenden
       Geschäftsbereichen. Innerhalb von drei Jahren soll der Konzern aus einem
       Verlust von mehr als einer Milliarde Euro einen Betriebsgewinn von zwei
       Milliarden Euro machen.
       
       In Berlin sollen die Räumlichkeiten nun von der Infrastrukturgesellschaft
       InfraGo genutzt werden. An anderen Standorten bemühe die Bahn sich um eine
       Vermarktung innerhalb der Coworking-Branche, hieß es.
       
       Die Coworking-Räume waren einst ein Baustein des sogenannten
       Smart-City-Projekts der Deutschen Bahn. Darunter verstand der Konzern etwa,
       seine Infrastruktur und Flächen um weitere Nutzungskonzepte zu ergänzen.
       Zumindest dieser Teil ist nicht aufgegangen.
       
       „Der Fokus liegt vollständig auf der ganzheitlichen Modernisierung mit
       hoher Attraktivität und guter Aufenthaltsqualität für alle Reisenden, die
       in Deutschland mit dem Zug unterwegs sind“, teilte das Unternehmen weiter
       mit. „Deshalb modernisiert die DB derzeit Hunderte Bahnhöfe und stellt pro
       Jahr 100 Bahnhöfe und Verkehrsstationen fertig.“
       
       23 Oct 2024
       
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