# taz.de -- Revolutionsfeier in Frankreich: Gelbwesten, Pfiffe und Tränengas
       
       > Bei der Feier zum Sturm auf die Bastille in Frankreich demonstrierten
       > einige Dutzend Gelbwesten. Ein paar wurden willkürlich festgenommen.
       
 (IMG) Bild: Gefeiert wurde trotz des Protests
       
       Paris taz | Zum ersten Mal [1][seit Mitte März] ist es einigen Dutzend
       Gelbwesten gelungen, trotz eines massiven Polizeiaufgebots und scharfen
       Personenkontrollen auf der Avenue des Champs-Élysées zu demonstrieren.
       Unter die Menge der Zuschauer des traditionellen Truppenvorbeimarsches
       gemischt, bedachten sie den Staatspräsidenten Emmanuel Macron bei seiner
       Fahrt im offenem Geländewagen mit Pfiffen und Buh-Rufen, die auch an der
       Liveübertragung im Fernsehen deutlich zu hören waren.
       
       Nach dem Ende der Feierlichkeiten, die an den Sturm auf die Bastille am 14.
       Juli 1789 erinnern, setzte die Polizei Tränengas ein. Demonstranten mit und
       ohne gelbe Westen versuchten Barrikaden zu errichten. Insgesamt 175
       Personen wurden festgenommen.
       
       Bereits lange vor diesen Zwischenfällen, welche den offiziellen Anlass nur
       am Rande zu stören vermochten, hatten die Ordnungskräfte mehrere der
       bekanntesten Figuren der Protestbewegung festgenommen und zum Teil bis zum
       Tagesende in Polizeigewahrsam genommen, um sie so an einer Teilnahme oder
       gar der Organisation von Aktionen zu hindern.
       
       Eric Drouet wurde auf den Champs-Elysées aus der Mitte der wartenden
       Zuschauer und Touristen geholt. Gegen diese präventive Festnahme
       protestierend schwenkte er ein Trikolore-Fähnchen. Das ist auf einem Video
       des Online-Magazins HuffingtonPost zu sehen. Er soll angeblich, [2][wie
       schon bei früheren Gelegenheiten], wegen „Widerstands gegen die
       Staatsgewalt“ zur Verantwortung gezogen werden.
       
       ## Ein Feuerwerk zum Abschluss
       
       Jérôme Rodrigues, [3][ein anderer Exponent der Gelbwesten], wurde ebenfalls
       am Vormittag wegen „Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration“
       vorübergehend inhaftiert und mit einer Geldstrafe von 135 Euro belegt. Er
       spazierte angeblich allein auf der Straße im Moment seiner Festnahme, die
       sein Anwalt, Arié Alimi, als illegal verurteilt: „Es handelt sich da
       offensichtlich um Festnahmen von politischen Oppositionellen wegen ihrer
       politischen Opposition.“
       
       Innenminister Christophe Castaner meinte zu den Zwischenfällen am Rande der
       Treppenparade des Nationalfeiertags: „Die Leute, die das Defilee stören
       wollten, sollten sich schämen! An diesem Tag der Feier muss die Nation
       respektiert werden.“ Wie es mit dem Respekt der aus der Zeit von 1789
       datierenden Devise dieser Republik „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“
       im heutigen Frankreich steht, scheint ihn weniger zu sorgen. Die Tradition
       bleibt gewahrt: Zum Abschluss des Abends wurde beim Eiffelturm wie jedes
       Jahr ein prächtiges Feuerwerk gezündet.
       
       15 Jul 2019
       
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