# taz.de -- Rechter PR-Manager Moritz Hunzinger: Schillernd, windig, stramm rechts
       
       > Über Moritz Hunzingers Dienste stolperten schon Politiker. Nun ist der
       > Berater groß im Fotoagenturgeschäft unterwegs.
       
 (IMG) Bild: Medienunternehmer Moritz Hunzinger 2013
       
       Moritz Hunzinger ist zurück. Der [1][umstrittene PR-Manager] sammelt
       Ehrennadeln wie die des deutschen PR-Rats, die Ehrenmedaille der Bundeswehr
       oder den Orden des Ruhmes und der Ehre der Ukrainischen Volksbotschaft. Nun
       sammelt Hunzinger auch Fotoagenturen. In den letzten zwölf Monaten hat er
       sich eines der größten Fotoalben im deutschen Markt zusammengekauft.
       
       Jetzt könnte diese Geschichte ganz lässig erzählt werden. Hunzinger? Genau,
       Hunzinger. Der schillernde PR-Berater, über den in der Ära Schröder 2002
       Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) stolperte. Scharping hatte von
       Hunzinger hohe Honorare für unklare Leistungen bekommen. Damals stand der
       Verdacht im Raum, es ginge auch um Kontaktanbahnung in der
       Rüstungsindustrie.
       
       Weil Hunzinger [2][Cem Özdemir wie vielen anderen günstige Privatkredite
       einräumte], war auch der Grünen-Politiker schnell weg vom Fenster.
       Hunzingers Glanzleistung war, Prominente vor schlechter Presse zu bewahren.
       Vor allem, wenn da gar nichts im Busch war. Üppige Honorare flossen
       trotzdem.
       
       „Ah, das typische Prinzip von Risikoversicherungen“, sagt die
       Mitbewohnerin: „Immense Kosten, kaum Effekt.“ Hunzingers Chuzpe ging damals
       selbst dem Deutschen Rat für Public Relations zu weit. Die Selbstaufsicht
       der PR-Branche [3][rügte Hunzinger] scharf, Nadel hin oder her. Und die
       PR-Karriere war somit vorbei.
       
       ## Da wird's einem mulmig
       
       Jetzt ist er plötzlich Medienunternehmer und sammelt im Markt der
       Pressefotos ein. Er war schon mal Großaktionär bei Action Press, die über
       rund 50 Millionen Bilder im Bestand hat. Im letzten August übernahm er die
       Firma ein zweites Mal und ist jetzt Vorstandschef. Letzten Donnerstag
       übernahm Action Press wiederum die Bildagenturgruppe ddp. In deren
       Portfolio finden sich auch Picture Press und die bekannte Foto- und
       Reportageagentur laif. Wer jetzt mal die gedruckte taz durchblättert, wird
       in so ziemlich jeder Ausgabe fündig.
       
       Mit Moritz Hunzinger als CEO wird’s einem mulmig. Der Mensch ist nämlich
       nicht nur schillernd und windig, sondern auch stramm rechts. Auf Facebook
       schreibt er von der „scheußlichen Masseneinwanderung von Wilden“. Außerdem
       mischt er beim Verein Bürgerlich-Freiheitlicher Aufbruch (BFA) mit. Der
       wettert gegen die angebliche „Diktatur der Minderheit über die Mehrheit“,
       halt das übliche neurechte Gewäsch. Der BFA wehrt sich lustigerweise auch
       gegen jedes „Framing“. Dabei hat er mit Hunzinger einen Meister dieses
       Fachs im Vorstand. Auch mit Bildern lässt sich prima framen und
       manipulieren. Was den Fotoalbenbesitzer Hunzinger eher mal problematisch
       macht.
       
       9 Sep 2021
       
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